Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
1
Erscheinungsjahr:
1977
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000053938/111/
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besondere zur Schweiz, werden immer von wesentlicher Bedeutung 
sein. Dazu tritt aber die neue Dimension der multilateralen und inter 
nationalen Beziehungen, wo wir sehr wenig Erfahrung mitbringen. 
Das Kleid des Zollvertrages von 1924, dem wir weitgehendst den 
heutigen Wohlstand verdanken, erweist sich für die heutige Zeit als 
zu eng geschneidert. Liechtenstein muß selbst auftreten, auf eigenen 
Füßen stehen. Wenn wir viel erreichen wollen, müssen wir noch mehr 
anstreben. Kleinmut kann sich nicht auszahlen. 
Die Träger der Außenpolitik 
Die Verfassung umschreibt in Artikel 8 die Kompetenzen in der 
Außenpolitik: «Der Landesfürst vertritt, unbeschadet der erforder 
lichen Mitwirkung der verantwortlichen Regierung, den Staat in 
allen seinen Verhältnissen gegen auswärtige Staaten. Staats Verträge, 
durch die Staatsgebiet abgetreten oder Staatseigentum veräußert, über 
Staatshoheitsrechte oder Staatsregale verfügt, eine neue Last auf das 
Fürstentum oder seine Angehörigen übernommen oder eine Verpflich 
tung, durch die den Rechten der Landesangehörigen Eintrag getan 
würde, eingegangen werden soll, bedürfen zu ihrer Gültigkeit der 
Zustimmung des Landtages.» Die Anforderungen der Gegenwart ver 
langen aber mehr: Die Mitarbeit und das Mitdenken aller, den Ein 
satz aller Mittel und Möglichkeiten, zumal keine Außenpolitik auf 
lange Sicht Bestand haben kann ohne Rückhalt und Zustimmung im 
Volk, um dessen Wohl es ja geht. Daher auch die berechtigte Forde 
rung nach mehr Information, nach mehr Mitbestimmung im Mei 
nungsbildungsprozeß . 
Postulat einer integralen Außenpolitik 
«Außenpolitik ist Präsenz in der Welt, ist Selbstdarstellung, ist vor 
allem Mitarbeit» (Regierungschefstellvertreter Dr. Walter Kieber). 
Aide-memoires, Notenwechsel, Staatsbesuche, Einladungen, Verträge, 
Abkommen usw. genügen nicht. Zu den klassischen Mitteln der Diplo 
matie muß ein umfassendes Public-Relations-Programm kommen. Es 
geht darum, unser geistiges und kulturelles Potential in den Dienst 
der Außenpolitik zu stellen. Es gilt, das qualifizierte und vielschich 
tige Beziehungsnetz des Fürstlichen Hauses, die spezifischen Chancen
        

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