EMI E 
  
  
  
in dem die Versicherungssumme zum Ersatzwert, im Falle der 
Neuwertversicherung zum Neuwert, steht. 
Bei beweglichen Sachen wird die Unterversicherung auf der ein- 
zelnen Gruppe berechnet. Bestehen in der Feuerversicherung in 
einer Gruppe Prámienunterschiede von mehr als 290, so wird 
die Unterversicherung für jeden Prámienkomplex gesondert er- 
mittelt. Übersteigt bei einem Prämienkomplex die Versicherungs- 
summe den Ersatzwert, so wird der überschiessende Betrag zum 
Ausgleich einer Unterversicherung auf einem niedriger tarifierten 
Komplex verwendet. 
Bei Aussenversicherung werden ausserhalb des Versicherungs- 
ortes entstandene Schäden im Rahmen der dafür festgesetzten 
Versicherungssumme und aufgrund des Bestandes und Wertes 
sämtlicher Sachen entschädigt, die sich zur Zeit des Schaden- 
ereignisses auswärts und am Versicherungsort befanden. 
Bei Gebäuden wird die Entschädigung für jedes Gebäude geson- 
dert ermittelt. 
Bei der Versicherung auf «erstes Risiko» wird der Schaden bis 
zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme vergütet, ohne 
Berechnung einer Unterversicherung. 
Art. 20 
Bei Elementarereignissen hat der Versicherungsnehmer von der 
Entschádigung '/: ?/» der Versicherungssumme der vom Schaden 
betroffenen Gruppe selbst zu tragen. Pro Ereignis werden minde- 
stens Fr. 200.—, hóchstens Fr. 2000.— abgezogen. 
Übersteigen die von allen zum Gescháftsbetrieb in der Schweiz 
zugelassenen Gesellschaften aus einem versicherten Elementar- 
ereignis zu leistendenen Entschádigungen 50 Mio Franken, so 
werden die auf die einzelnen Anspruchsberechtigten entfallenden 
Entschádigungen derart gekürzt, dass sie zusammen nicht mehr 
als 50 Mio Franken betragen. Zeitlich und räumlich getrennte 
Scháden bilden ein Ereignis, wenn sie auf die gleiche atmo- 
sphärische oder tektonische Ursache zurückzuführen sind. 
Art. 21 
Bei schuldhafter Verletzung von Sorgfaltspflichten, von vertrag- 
lichen oder gesetzlichen Sicherheitsvorschriften oder von anderen 
Obliegenheiten, bei einer Gefahrerhóhung, die schuldhaft nicht 
angezeigt worden ist, kann die Entschádigung in dem Ausmasse 
herabgesetzt werden, als Eintritt oder Umfang des Schadens da- 
durch beeinflusst wurden. 
Zahlung der Entschádigung 
Art. 22 
Die Entschädigung wird vier Wochen nach dem Zeitpunkt fällig, 
in dem die Gesellschaft die zur Feststellung der Höhe des Scha- 
dens und ihrer Haftung erforderlichen. Unterlagen erhalten hat. 
Vier Wochen nach Eintritt des Schadens kann als Teilzahlung 
der Betrag verlangt werden, der nach dem Stand der Schaden- 
ermittlung mindestens zu zahlen ist. 
Die Zahlungspflicht der Gesellschaft wird aufgeschoben, solange 
durch Verschulden des Versicherungsnehmers oder Anspruchs- 
berechtigten die Entschádigung nicht ermittelt oder bezahlt wer- 
den kann. 
Die Fálligkeit tritt insbesondere so lange nicht ein, als 
1. Zweifel über die Berechtigung des Anspruchsberechtigten zum 
Zahlungsempfang bestehen; 
2.eine polizeiliche oder strafrechtliche Untersuchung wegen des 
Schadens geführt und das Verfahren gegen den Versicherungs- 
nehmer oder Anspruchsberechtigten nicht abgeschlossen ist. 
Vom Zeitpunkt der Fálligkeit an ist die Entschádigung zu einem 
Satz zu verzinsen, der 1% über dem Diskontsatz der Schweize- 
rischen Nationalbank liegt. 
  
Versicherungsverhältnis nach dem Schadenfall 
Art. 23 
Nach Eintritt eines ersatzpflichtigen Schadens können beide Par- 
teien spätestens bei Auszahlung der Entschädigung den Vertrag 
kündigen. Kündigt der Versicherungsnehmer, so erlischt die Haf- 
tung der Gesellschaft mit dem Empfang der Kündigung. Die Prä- 
mie für die laufende Versicherungsperiode verbleibt der Gesell- 
schaft. Kündigt die Gesellschaft, so erlischt ihre Haftung mit dem 
Ablauf von vier Wochen nach Eintreffen der Kündigung beim Ver- 
sicherungsnehmer; sie erstattet diejenige Prämie zurück, welche 
auf die nicht abgelaufene Zeit der laufenden Versicherungsperiode 
und auf den Restbetrag der Versicherungssumme entfällt. 
Sicherung des Realkredites 
Art. 24 
Gegenüber Pfandgläubigern, deren Pfandrecht im Grundbuch ein- 
getragen ist, oder die ihr Pfandrecht der Gesellschaft schriftlich 
angemeldet haben und die für ihre Forderungen aus dem Vermó- 
gen des Schuldners nicht gedeckt werden, haftet die Gesellschaft 
bis zur Hóhe der Entschádigung, auch wenn der Anspruchsbe- 
rechtigte des Entschádigungsanspruchs ganz oder teilweise ver- 
lustig geht. 
Diese Bestimmung wird nicht angewandt, wenn der Pfandgláubi- 
ger selbst Anspruchsberechtigter ist, oder wenn er den Schaden 
absichtlich oder grobfahrlássig herbeigeführt hat. 
Verjáhrung und Verwirkung 
Art. 25 
Die Forderungen aus dem Versicherungsvertrag verjáhren in zwei 
Jahren nach Eintritt der Tatsache, welche die Leistungspflicht be- 
gründet. 
Abgelehnte Entschádigungsforderungen, die nicht binnen zwei 
Jahren nach Eintritt des Schadenereignisses gerichtlich geltend 
gemacht werden, erlóschen. 
Schlussbestimmungen 
Art. 26 
Alle Anzeigen und Mitteilungen des Versicherungsnehmers oder 
Anspruchsberechtigten sind an die zustándige Gescháftsstelle 
oder den schweizerischen Sitz der Gesellschaft zu richten. Kün- 
digungs- und Rücktrittserklárungen müssen vor Ablauf der Frist 
dort eintreffen. 
Ist eine Gesellschaft mit der Führung beauftragt, so gelten die an 
sie erfolgten Prámienzahlungen, Anzeigen und Mitteilungen für 
alle beteiligten Gesellschaften. Erklárungen der Gesellschaften 
gegenüber dem Versicherungsnehmer oder Anspruchsberechtigten 
werden durch die führende Gesellschaft abgegeben. 
Art. 27 
Für Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag kann die Gesell- 
schaft am schweizerischen Wohnsitz des Versicherungsnehmers 
oder Anspruchsberechtigten, am Ort der versicherten Sache, so- 
fern er in der Schweiz liegt, sowie am Sitz der Gesellschaft be- 
langt werden. Als Sitz der Gesellschaft gilt bei ausländischen 
Gesellschaften der Wohnsitz des Generalbevollmächtigten für die 
Schweiz. 
Art. 28 
Im übrigen gelten die Bestimmungen des Bundesgesetzes über 
den Versicherungsvertrag.
        

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