Volltext: Motivenbericht zum Neuen Steuergesetz des Fürstentum [!] Liechtenstein

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hältnis des steuerbaren Reinertrags zum einbezahlten Aktien 
kapital entspricht, doch stets mit mindestens 35c und unter 
Marimalbegrenzung des Steuersatzes aus 12%, und unter Aus 
rundung der Bruchteile eines halben Prozentes aus ein halb 
Prozent (Art. 70). Es hat also beispielsweise folgende Berech 
nung stattzufinden: 
I. Vollbezahltes Aktienkapital inkl. Reserven 500,000 Fr., 
Reinertrag: 75,000 Franken. Danach steuerbarer Reinertrag in 
Prozenten des Kapitals: 15 %. Steuersatz der Ertragssteuer: 
7V 2 %. Steuerbetreffnis: 5625 Franken. 
II. Aktienkapital 5,000,000 Franken. Einbezahlt 1,250,000 
Franken. Steuerbarer Reinertrag: 425,000 Franken. Demnach 
steuerbarer Reinertrag in Prozenten, berechnet aus das ein 
bezahlte Aktienkapital: 34%. Steuersatz der Ertragssteuer: 
12 %, Steuerbetreffnis: 51,000 Franken. 
Von Kapital- und Ertragssteuer in der besprochenen Form 
sind ausgenommen: Selbsthilfegenossenschaften.. die keinen Ge 
winnanteil entrichten, sondern nur die handelsübliche Verzin 
sung gewähren, ferner Holding-Gesellschaften und Versicherungs 
gesellschaften. Für Selbsthilsegesellschaften, die, auch wenn kein 
gemeinnütziger Zweck vorliegt, unter den genannten Voraus 
setzungen sich nicht als Erwerbsunternehmung charakterisieren, 
fällt die Kapitalsteuer fort, die Ertragssteuer wird begrenzt aus 
einen Maximalsatz von 3% (Art. 71). Für Versicherungsgesell 
schaften, deren Erfassung durch das subtile Verfahren der Kapi 
tal- und Ertragssteuer schwierig wäre, werden beide Steuern 
ausgesetzt und statt dessen die summariiche Regelung getroffen, 
.daß sie eine Steuer in Höhe von 4% ihrer im Lande erzielten 
Prämieneinnahmen entrichten (Art. 73), soferne sie nicht wegen 
ihres gemeinnützigen Charakters Steuerbefreiung oder als 
Selbsthilfegenosjenschaften günstigere Behandlung beanspruchen 
dürfen. 
Größere Bedeutung als dieser Sonderregelung kommt der 
Besteuerung zu, die auf Holdinggesellschaften Anwendung fin 
den soll. Von den über 20, seit dem Jahre 1920 im Lande ent 
standenen Aktiengesellschaften sind, mir alleiniger Ausnahme der 
Bank in Liechtenstein, alle als Finanzierungs- u. Beteiligungs 
gesellschaften anzusprechen, und die Vergrößerung ihrer Zahl 
ist für die nächsten Jahre sehr wahrscheinlich. Selbst wenn man 
das diesen Gesellschaften gegenüber bisher gehandhabte System 
der Pauschalierung ausgibt, bleibt eine steuerliche Sonder- 
behcndlung notwendig. Alle übrigen Handelsgesellschaften er 
zielen einen primären Ertrag, die Finanzierungs- und Betei 
ligungsgesellschaften aber sind nur das Sammelbecken, in wel 
ches die Erträge anderer Erwerbsunternehmungen einströmen,
	        

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