begründeterweise ein weiterer Verlust kalkuliert werden. Das Beispiel der Gemein- de Triesen, die völlig sorglos eine Magerwiese im Foxwinkel mit Rüfeschlamm und -kies überschüttet hat, zeigt den geringen Stellenwert, den Magerwiesen in der öffentlichen Meinung noch immer haben. Naturschutz muss überall realisiert werden Natur- und Umweltschutzkreise im In- und Ausland müssen angesichts dieser dramatischen Verluste an Lebensräumen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten die Naturschutzstrategie ernsthaft überdenken. Wir verweisen hier auf den Bericht von Mario F. Broggi und Heiner Schlegel im Rahmen des schweizerischen Nationalen Forschungsprogramms Boden (Mindestbedarf an naturnahen Flächen in der Kulturlandschaft. Bericht 31 NFP; Liebefeld-Bern 1989). Die bisherige Strategie zielte vor allem darauf ab, die wichtigsten Naturvorrangflächen in Form von Naturschutzgebieten vor weiterer Zerstörung und Dezimierung zu bewahren. In dieser Hinsicht hat sich die Unterschutzstellung des Ruggeller Rietes und der anderen rechtskräftigen Naturschutzgebiete in Liechtenstein als äusserst bedeutsam erwiesen. Es zeigt sich aber zunehmend die Notwendigkeit, die isolierten Naturvorrangflächen durch ein feines Netz an ökologischen Ausgleichsflächen in der intensiv genutzten Landschaft, namentlich in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten, zu vernetzen. Die Forschung rechnet in dieser Hinsicht mit einem Bedarf von rund 10 bis 15 Prozent an ökologischen Ausgleichsflächen, damit der Naturhaushalt funktionieren kann (Stichwort: Biotopverbund). Zum Vergleich weist Liechtenstein aufgrund grober Schätzung in den Tallagen noch ökologische Ausgleichsflächen in der Grössenordnung von etwa 5 Prozent auf. Diese Flächen stehen zudem weiterhin unter massivem Druck, wie die Zerstörung von Magerwie- sen zeigt. Als dritte Ebene einer modernen Naturschutzstrategie muss das Ziel verfolgt werden, den intensiven Nutzungsdruck auf allen Flächen zu reduzieren, also insbesondere auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Diese Tendenz wird beispielsweise durch den Biologischen Landbau und die Integrierte Produktion verfolgt. Die Exentsivierung der Landwirtschaft wird oder sollte zumindest durch das Bodenbewirtschaftungsgesetz gefördert werden.
        

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