Verlustbilanzen der Natur Die Landwirte sehen sich somit zunehmend mit Verboten und Geboten konfrontiert. Auf der anderen Seite werden sie mit unterschiedlichen Beitragszahlungen in ihrer Tätigkeit in eine bestimmte Richtung gelenkt. Dabei gehen die Meinungen nicht nur über die einzuschlagende Richtung, sondern ebenso über die Wirksamkeit der eingeführten und einzuführenden Massnahmen auseinander. Aus der Sicht des Natur- und Umweltschutzes haben sich die in der Vergangenheit ergriffenen Massnahmen auf jeden Fall mehrheitlich als katastrophal herausgestellt. Lange Verlustbilanzen belegen dies, seien dies die länger werdenden Listen ausgestor- bener oder gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, seien dies die Verluste an Lebensräumen, beispielsweise von Bächen und Gräben, Halbtrockenrasen oder Streuewiesen. Gerade die Verlustbilanz der Magerwiesen, welche sich durch besonderen Artenreichtum auszeichnen, ist erschreckend. Im Jahr 1830 standen im Liechtensteiner Talraum noch schätzungsweise 1900 Hektaren an Streuefand. 1930 waren von den 1900 Hektaren noch 1000 Hektaren vorhanden. In nur 6 Jahren (bis 1936) wurde der Bestand auf die Hälfte reduziert. Und heute sind noch 150 Hektaren vorhanden, der grösste Teil davon im Naturschutzgebiet Ruggeller Riet, das nicht viel mehr als eine kleine Vorstellung von der einstigen kulturland- schaftlichen Ausprägung des Alpenrheintales früherer Jahre gibt. Ähnliches passier- te mit den Halbtrockenrasen. Einst an den südlich und südwestlich exponierten Rüfeschuttkegeln und Hängen weit verbreitet, wurden sie durch Bautätigkeit vernichtet, die restlichen fast ausnahmslos gedüngt und somit zerstört. Im Jahr 1988 wurde daher ein Gesetz über die Ausrichtung von Flächenbeiträgen zur Erhaltung der Magerwiesen in Kraft gesetzt, das wenigstens die noch verbliebenen Magerwiesen auf marktwirtschaftliche Art und Weise vor weiterer Vernichtung schützen sollte. Heute, zwei Jahre später, muss festgestellt werden, dass dieses Instrument noch zu wenig stark greift, um den weiteren Lebensraum- und Naturwertverlust aufzuhalten. Nur 27% der im Magerwiesen-Inventar erfassten Parzellen konnten unter Vertrag genommen werden. Für die restlichen muss
        

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