Handeln und die Art der Entscheidungsfindung für einen bestimmten 
Teil. der Politik dar. Ein landwirtschaftliches Leitbild muss demnach folgende Teile umfassen: — 
Kritische Analyse des Ist-Zustandes sowie der Entwicklung der Landwirtschaft und der sie tangierenden Sachbereiche wie Raumplanung, Umweltschutz, Natur- und Landschaftsschutz, Agrarökonomie, landwirtschaftliches Recht usw. — Definition eines wünschbaren, anzustrebenden Soll-Zustandes in Form von Zielen oder Szenarien. — 
Diskussion von Modellen und Konzepten zur Erreichung der definierten Ziele. In einer nachfolgenden Phase müssen die einzelnen Massnahmen festgelegt werden, deren Ein- und Durchführung von den Politikern zu beschliessen sind. Aufgabe der Kommission wäre es also gewesen, die bestehenden Probleme zu analysieren, Ziele vorzugeben und mögliche Lösungswege aufzuzeigen und zu diskutieren. Diese Aufgabe wurde nicht oder nur teilweise wahrgenommen, und zwar: — 
Für einzelne Sachbereiche wurde eine recht kritische und fruchtbare Bestandes- aufnahme der Probleme in der liechtensteinischen Landwirtschaft durchgeführt, doch fällt die Analyse für andere Sachbereiche, etwa den qualitativen Bodenschutz oder die Düngung recht oberflächlich aus. Der Hinweis allein, dass die andernorts erreichten Werte für die Düngergrossvieh-Einheiten noch nicht erreicht sind oder der Verweis auf eine laufende Untersuchung reichen in diesem wichtigen Fragenkomplex als Analyse noch nicht aus. In anderen Sachbereichen entfällt die Analyse sogar ganz (z.B. Naturschutz; siehe auch 3.3). — Nur in Ansätzen vorhanden ist die Diskussion zu den Instrumenten zur Erreichung der formulierten Ziele. Es werden weder die bestehenden agrarpolitischen Lenkungsmassnahmen — zur Hauptsache Subventionen — hinterfragt, noch Möglichkeiten weiterer agrarpolitischer Instrumente aufgezeigt. Das Leitbild müsste dem Politiker eigentlich aufzeigen, welche Instrumente unter welchen Zielsetzungen sinnvoll und zielführend sind. Auf die Integration des Umwelt- und Naturschutzes ins System der Agrarwirtschaft — ein in andern Bereichen der Wirtschaft und andernorts erfolgreicher Weg — wird somit nicht vollzogen.
        

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