Herausforderung. Seine künstlerische Entwicklung 
reicht von frühen naturalistischen Zeichnungen des 
ausklingenden Jahrhunderts über den Jugendstil zu 
einer flächigen Geometrisierung der Formen und Auf- 
hellung der Farben in eine gelöste Konstruktivität, die 
sich mit der Expressivität des Malers verbindet. 
Der Linolschnitt nimmt im frühen wie im späteren 
Werk eine recht bedeutende Stellung ein, das gilt nicht 
nur für den Stoffdruck, sondern genauso für sein Bild- 
schaffen. 
Ferdinand Nigg verwendete für seine Malereien mit 
wenigen Ausnahmen Mischtechniken: Aquarell und 
Gouache treten zusammen mit Kohle, Graphit oder 
Tusche auf. Er wog die damaligen bildnerischen 
Sprachmittel in Kunst und Kunstgewerbe mit weiser 
Meisterschaft. Dass er als Maler zum Textil gelangte, 
war eine Zeiterscheinung und kein ungewöhnlicher 
Schritt. 
Seine Bildteppiche sind die Verdichtung und Vergeisti- 
gung seiner bildnerischen Erkenntnisse und Fähigkei- 
ten. Zweifellos greifen sie über die angewandte Kunst 
hinaus, wie seine Malerei. 
Mit den kleinen Masseinheiten des Kreuzstichs be- 
wegt sich Nigg in die freie Bildfläche. Oft begleitet er 
die Gestaltung bis an die Grenze der Auflösung, so 
dass man vermutet, der Bildner habe im Licht seiner 
inneren Schau das Durchscheinende darzustellen ver- 
mocht. EK 
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Literatur zu Ferdinand Nigg 
Kliemand, Evi 
Ferdinand Nigg: Wegzeichen zur Moderne. Bildtep- 
piche, Malerei, Graphik, Paramentik. Bern, Benteli 
Verlag, 1985, und Sonderausgabe für die Ausstellung in 
der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung, 
Vaduz, 6. September 1985 bis 6. Januar 1986. 
(Diese reich illustrierte Monographie über Leben und 
Werk von Ferdinand Nigg enthált eine Bibliographie 
aller bis 1985 zu Ferdinand Nigg erschienenen Publika- 
tionen.) 
Ferdinand Nigg (1865-1949). Liechtensteinische Staat- 
liche Kunstsammlung, Vaduz. Ausstellungsverzeichnis. 
Vaduz 1985. 
Ferdinand Nigg (1865-1949). «Bildteppiche Malerei 
Graphik», Kólnisches Stadtmuseum. «Das kirchliche 
Textil», Erzbischófliches Diózesan-Museum. Ausstel- 
lungsverzeichnis. Kóln, 10. Juli bis 14. September 1986. 
Stoll, Robert Th. 
Rede zur Eróffnung der Ausstellung «Ferdinand Nigg» 
im Kólnischen Stadtmuseum und im Erzbischóflichen 
Diózesan-Museum am 10. Juni 1986. In: Jahrbuch der 
Liechtensteinischen Kunstgesellschaft, 4. Band. Vaduz, 
1988. 
  
 
        

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