Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
21
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000048731/115/
Rupert Quaderer 'Fortschrittliche Bürgerpartei' entstanden, nicht einmal die Kanonen des Ersten Weltkrieges hatten ihren Schlaf gestört." "Es taget im Osten, Es taget überall. Erwacht ist schon die Lerche, Erwacht die Nachtigall. Wie könnte da noch länger schlafen Die Fortschrittspartei mit ihren...?" So spotteten die ON über die Gründung der Fortschrittlichen Bürger­ partei, von der Volkspartei als "Umtaufung der Herrenpartei" darge­ stellt.22 Das Programm der Bürgerpartei fusste zwar auf dem 9-Punkte-Pro- gramm vom Dezember 1918, wenn auch - wohl um sich von der Beck- Gruppe zu distanzieren - die Fürsten- und Kirchentreue besonders betont wurde. So enthielt das Programm Aussagen wie die Beteuerung der "unentwegten Treue zu Fürst und Fürstenhaus" und der Forderung nach "Gesundem Fortschritt in den Bahnen der Gesetzlichkeit und Ord­ nung nach den Grundsätzen der katholischen Religion". Nicht unwe­ sentliche Abweichungen gegenüber dem 9-Punkte-Programm sind aber in der Aussage festzustellen, dass dem Landtag das Recht zugesprochen werden müsse, beim Fürsten die Enthebung eines Regierungsfunktionärs zu beantragen, wenn dieser durch seine Amtsführung das Vertrauen des Landtages 
und des Volkes verlieren würde.2J Das Bürgerparteiprogramm sah auch vor, dass für die Besetzung des Postens des Landesverwesers 
in erster Linie hiefür geeignete Liechtensteiner in Betracht kommen sollten, falls dieselben "das Vertrauen von mindestens Dreiviertel des Landtages besitzen" würden. Um diese Fragen der Verantwortlichkeit der Regie- rung gegenüber dem Landtag und der Nationalität des Landesverwesers sollten in der Folgezeit noch heftige Auseinandersetzungen stattfinden. An dem von der Bürgerpartei veröffentlichten "Politischen Pro­ gramm" übten die ON denn auch gleich in zwei Punkten Kritik:24 Die Bestellung eines liechtensteinischen Landesverwesers mit einer qualifi­ zierten Mehrheit des Landtages wurde als "unannehmbar" bezeichnet. 22 ON 1/4. Januar 1919. 2) Punkt 5 des Bürgerparteiprogrammcs, publiziert im LVolksblatt 1/4. Januar 1919. 24 ON 2/11.Januar 1919. 118
        

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