Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
21
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000048731/110/
Der historische Hintergrund Die Fortschrittliche Bürgerpartei trat grundsätzlich für dieselben Ver­ änderungen ein, verhielt sich aber konservativer, bewahrender. Sie wollte die Veränderungen im engeren Schulterschluss mit bestehenden Macht­ trägern im Staate vornehmen. In den Wahlen vom März 1918 gewann die Volkspartei im Wahlkreis Oberland 5 von 7 Sitzen, der "Löwenpartei" verblieben in diesem Wahl­ kreis 2 Volksabgeordnete. Im Wahlkreis Unterland war die parteipoliti­ sche Zugehörigkeit nicht gleich eindeutig zu orten. Mehrere Kandidaten waren von beiden Parteien portiert worden. 4 der 5 vom Volk gewählten Abgeordneten des Unterlandes waren sowohl im Liechtensteiner Volks­ blatt als auch in den ON als Kandidaten empfohlen worden. Als eindeu­ tig der Volkspartei zugehörend können letzlich nur 5 der 7 im Oberland gewählten Volksabgeordneten bezeichnet werden. Hochburgen der Volkspartei waren Balzers, Triesen und Triesenberg. Die Ernennung der drei fürstlichen Abgeordneten10 weist eindeutig auf eine korrigierende Massnahme hin. Der Fürst und auch seine Berater wollten die neue Partei einrahmen und ihren Einfluss im Landtag begrenzen. 2. Die Krise des 7. November 1918 Mit ihren 5 Abgeordneten stellte die Volkspartei im Landtag von 1918 trotz ihrer Wahlerfolge eine Minderheit dar. Ihre zahlenmässige Vertre­ tung im Landtag entsprach nach ihrer Auffassung nicht dem Wdlen der Mehrheit der Bevölkerung. Die Exponenten der Volkspartei waren des­ halb keineswegs bereit, sich in eine Statistenrolle zurückdrängen zu las­ sen. In den Landtagssitzungen vom Oktober 1918 kam es zu ausgiebigen Diskussionen und heftigen Auseinandersetzungen. "Es geht ein demo­ kratischer Zug durch die Welt", stellte Wilhelm Beck in der Landtagssit­ zung vom 14. Oktober fest und forderte entsprechende Massnahmen auch in Liechtenstein.11 In konsequenter Fortführung des Ausbaues der politischen Volksrechte forderte Beck, dass zum direkten Wahlrecht eine parlamentarische Regierung gehöre. Er betrachtete es auch als eine "gebieterische Notwendigkeit", die Landräte, d.h. die zwei nebenamt- Ernannt wurden Kanonikus Johann Baptist Büchel, Fürstlicher Sanitatsrat Dr. Albert Schädler und Johann Wohlwend, Schellenberg. » ON 43/19. Oktober 1918. 113
        

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