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Nach Gerard ter Borch (1617-1681) 
  
Briefschreibender Offizier (Kopie des 18. Jh.) 
Öl auf Leinwand 
76 X 63 cm 
LSK 68.01 
Das Gemälde ist eine vergrösserte und motivisch veränderte 
Kopie nach einem Gemälde von Gerard ter Borch, Briefschrei- 
bender Offizier (Öl auf Leinwand, 55 X 43 cm), das sich heute 
im Philadelphia Museum of Art befindet.' Der maltechnische 
Befund des Untersuchungsberichtes des Schweizerischen Insti- 
tuts für Kunstwissenschaft weist eine braune Grundierung nach, 
die für ter Borch ungewóhnlich ist und die — bedingt durch farb- 
chemische Prozesse in der bedeckenden Farbschicht — den heu- 
tigen Farbeindruck beeinflusst. Im Effekt sieht das Gemálde 
dunkler und weniger bunt aus als das — in seiner Charakteristik 
für ter Borch typische — Vorbild. Die deutliche Abweichung im 
maltechnischen Aufbau lásst das Gemálde als spátere Kopie ein- 
stufen und nicht als Werkstattvariante, was aufgrund der einzel- 
nen Abünderungen angenommen werden kónnte. Das sowohl 
von Gudlaugsson® als auch im Katalog des Landesmuseums in 
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Münster von 1974? um 1658 bis 1659 datierte Originalbild zeigt 
dieselben Hauptfiguren. Es gibt aber durch die Motive des 
schnuppernden Hundes und der Herz-As-Spielkarte auf dem 
Boden Hinweise auf den Inhalt des Briefes, die sich mit dem 
Bett im Hintergrund zur Andeutung einer Liebesgeschichte ver- 
binden. Dieser episodische und moralisierende Charakter ist im 
Vaduzer Bild getilgt, das damit eine grundsátzlich verschiedene 
Bildauffassung erkennen lásst. Ebenso wie die Maltechnik spricht 
dies für eine Entstehung im 18. Jahrhundert. Mit diesen Argu- 
menten, vor allem aber aufgrund der vom Zeitstil abweichenden 
Farbigkeit, erscheint auch eine Verbindung des Bildes mit den 
unmittelbaren Nachfolgern ter Borchs, wie etwa mit Caspar 
Netscher, unwahrscheinlich. Der schreibende Offizier trágt die 
Züge dieses 1658/59 nachgewiesenen Mitarbeiters. CG. 
! Philadelphia Museum of Art, William L. Elkins Collection, Inv. Nr. 24-3-21. 
? Gudlaugsson, Sturla S.: Gerard ter Borch. Den Haag, 1959, S. 154, Kat. Nr. 143 
bzw. 143 II/a (als Wiederholung oder Kopie; keine Masse; ehem. Slg. Hirsch 
von Gereuth, Paris). 
* Gerard ter Borch. Ausst.-Kat. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Mün- 
ster, 1974, Nr. 41. 
  
 
        

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