Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
15
Erscheinungsjahr:
1991
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000046681/94/
Hans Geser Stil der Politik Zeitlicher Wandel der Politik Kritische Belastungs­ grenzen Umgang mit Spannungen 
«Hoch profiliert»: Exklusion von dissidenten Meinungen aus der Regie­ rungsarbeit ermöglicht es, ideologisch klar kontu- rierte politische Pro­ gramme konsistent zu pla­ nen und zu implementie­ ren. («Reaganomics», «That- cherism», etc.). Diskontinuierlich: anläss­ lich von Wechseln in den Mehrheitsverhältnissen und entsprechender perso­ neller 
Neubesetzung der Regierungsämter. Eher bei der Implementa­ tion von Entscheidungen: Weil sehr viel Macht und Autorität notwendig ist, um die Entscheidungen ge­ genüber all denjenigen, die an ihrem Zustandekom­ men unbeteiligt waren, durchzusetzen. Das System ist darauf ange­ legt, dass Konflikte (z.B. zwischen Regierung und Opposition) andauernd bestehen und aktiv ausge­ tragen werden müssen. Dafür sind diese Konflikte aber selten systembedro­ hend, weil sie meist in einem blossen Wechsel der Regierung 
(bei Beibehal­ tung der prozeduralen Rahmenbedingungen der politischen Ordnung) ihre Lösung finden. 
«Niedrig profiliert»: Inklusion verschiedenster Standpunkte in alle Ent- scheidungsprozesse fuhrt zu einer Abfolge von je ein­ zeln erzeugten Kompro- missentscheidurigen, die ideologisch schwach kon- turiert sind und nicht Teil umfassender, planvoll im­ plementierter Programme bilden: ... Kontinuierlich: als Folge informeller Wandlungen i der Werthaltungen und Einflussverhältnisse in den Entscheidungsgremien. Eher bei der Produktion von Entscheidungen: Weil die extensiven Konsulta- tions-, Beratungs- und Aushandlungsprozesse viel Zeit benötigen und manch­ mal zu keinem Entschei- dungsergebnis fuhren. Das System ist darauf ange­ legt, mittels «Kooptation» aller wesentlichen Grup­ pen Konflikte zu verhin­ dern, so dass normaler­ weise auch wenig Arrange­ ments zum Austragen von Konflikten ausgebildet werden. Umsomehr kön­ nen dennoch auftretende Konflikte direkt systembe­ drohend werden, insofern die Ursache für die «Malaise», nicht einer Re­ gierungspartei, sondern allen beteiligten Gruppen gemeinsam zugerechnet wird. 100
        

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