Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
15
Erscheinungsjahr:
1991
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000046681/148/
Liechtenstein neuen Generation, die sich von den tradierten Parteibindungen ihrer Fami­ lien gelöst haben. Als Verfechter einer Basismobilisierung und der Stärkung direktdemo­ kratischer Elemente stehen sie nach Selbstverständnis und Urteil des aus- senstehenden Beobachters in einer westeuropäischen politischen Strö­ mung, und insofern könnte ihre Existenz zugleich die Einbindung Liech­ tensteins in einen europäischen Prozess anzeigen.34 Veränderungen des Parteiensystems - Rückwirkungen auf die Koalition? Auch in Liechtenstein vollzieht sich der 
Strukturwandel, der in anderen Staaten zur Lockerung bzw. Auflösung traditioneller Parteibindungen geführt hat.35 Solange jedoch neben den etablierten Parteien keine neue Konkurrenz auftrat, gab es auch keinen Indikator für diese Veränderungen. Vor allem die Gründung der FL und ihre Wahlerfolge legen den Schluss nahe, dass ein Teil der Bürger eine Ausdifferenzierung des Parteiensystems in folgende Richtung unterstützt: verstärktes Gewicht neuer Themen im Aufgabenkatalog der Regierung über die von den Regierungsparteien bis­ her vollzogenen Anpassungen hinaus 
(Themenwandel). Dabei ist es natür­ lich möglich, dass die FL sich in der Rolle als Impulsgeber für die Regie­ rungsparteien erschöpft, aber genausogut könnten die Wähler ihr bei der nächsten Landtagswahl über die 8 %-Hürde helfen. Wenn elf Prozent der Wähler andere als die beiden im Landtag vertrete­ nen Parteien wählen, so kann von einer Integrations- und Leistungs­ schwäche der traditionellen Parteien noch nicht die Rede sein. Aussagekraft hätte das Ergebnis in dieser Hinsicht nur, wenn es einen längeren Aufwärts­ trend bestätigte. Das kann man jedoch nicht daraus entnehmen, dass der Anteil dieser Wähler zwischen den beiden letzten Wahlen von 7,06 °/o auf 10,8 % gestiegen ist. Der Stimmengewinn der Freien Liste ist mit etwas mehr als einem halben Prozent sogar geringer ausgefallen, als Beobachter erwartet hatten. Sicher ist die Konkurrenz der ÜLL einer der Gründe. 34 Grundlagen sind Wahl- und Informationsmaterial sowie Besuche von Parteiveranstaltun­ gen. 35 Vgl. Anton Pelinka/Fritz Plasser, Compared to What? Das österreichische Parteien­ system im internationalen Vergleich, in: dies. (Hrsg.), Das österreichische Parteien­ system, Wien usw. 1988, (17-34) bes. 30ff.; für die Schweiz Ulrich Klöti/Franz-Xaver Risi, Neueste Entwicklungen im Parteiensystem der Schweiz, in: Pelinka/Plasser, a. a. O. 155
        

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