Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
15
Erscheinungsjahr:
1991
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000046681/120/
Ulrich Klöti Schliesslich ist der Ubergang vom einen zum anderen Typus fliessend, etwa dann, wenn «grosse Koalitionen» gebildet und wieder aufgelöst werden. Selbst wenn man die Schwierigkeiten des Vergleichs durchaus ernst nimmt, könnte man trotzdem die folgende Aussage riskieren: Die exklusiveren Regierungssysteme der klassischen reinen parlamentarischen Konkurrenz-Demokratien sind 
nicht weniger erfolgreich als etwa Oster­ reich und die Schweiz, die näher beim Konkordanzmodell angesiedelt werden dürften. Aus dieser These sind zwei Folgerungen abzuleiten: - Konkordanzmodelle sind nicht exportierbar. Wenn sie in einem Land wäh­ rend einer bestimmten Zeit für spezifische Problemlagen erfolgreich waren, heisst das noch nicht, dass sie es in anderen Staaten, bei unter­ schiedlichen Problemkonstellationen und zu verschiedenen Zeiten auch sind. - Daraus folgt zwingend, dass neben der unterschiedlichen Organisation des Regierungssystems auf der Konkordanzdimension noch 
andere Variablen entscheidend sein müssen. Es fehlt hier die Zeit, um diese weiteren Faktoren zur Erklärung des Erfolgs politischer Systeme auszuloten. Drei Stichworte müssen genügen. Aus­ schlaggebend für den Erfolg von Konkordanzmechanismen sind - in Klein ­ staaten notabene - die Homogenität bzw. Heterogenität der Gesellschaft in sozialer, kultureller und ethnischer Hinsicht, die territoriale Ausdifferenzie­ rung, d. h. die Frage nach Zentralisierung, Dezentralisierung und Föderali- sierung, sowie der sozio-ökonomische Entwicklungsstand. Nur ein dem entsprechenden Land angepasster massgeschneiderter Mix von Institutio­ nen verspricht Erfolg. Und diese Mischung kann man nicht von der Stange kaufen und einem Staat überziehen. Beim Aufscheinen von krisenhaften Misserfolgen können Politologen allerdings auf möglicherweise erfolgrei­ chere Strukturen in ähnlichen Staaten hinweisen. Abweichende faktische Einschätzungen Die letzte Gruppe von Bemerkungen ist nicht theoretischer oder methodi­ scher Natur. Sie bezieht sich vielmehr auf die 
Einschätzung von an sich empirisch 
beobachtbaren Fakten. Hans Geser stützt seine Theorie vorwie­ gend auf illustrative Beispiele, die der schweizerischen politischen Land­ 126
        

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