Biber in Liechtenstein
Beliebt bei den einen, misstrauisch be�ugt oder gar gef�rchtet von den
anderen. Um die Anwesenheit der Biber in Liechtenstein werden zur Zeit
kontroverse Diskussionen gef�hrt. Erst seit 2008 ist er zur�ck und breitet
sich seither bei uns aus. 
Tierische Eingriffe in Natur und Landschaft 
Der Biber nimmt nichts als gegeben und gestaltet seinen Lebensraum aktiv. Dabei schafft er wich-
tige Voraussetzungen f�r viele weitere Tier- und Pflanzenarten, die sich in seinem Umfeld �usserst
wohl f�hlen. Quasi als Nebenprodukt seiner gestalterischen T�tigeit, entstehen Verstecke f�r
Jungfische, Lebensr�ume f�r Amphibien, Reptilien, verschiedene Vogelarten oder Libellen. 
Als F�rderer der heimischen Biodiversit�t ist er beliebt und im Naturschutz gern gesehen. Leider
kann der Biber bei seinen Grabt�tigkeiten nicht zwischen einem nat�rlichen Ufer und einem
Schutzdamm unterscheiden, ebenso wenig wie ihm bewusst ist, dass �ber seiner Wohnh�hle ein
Weg liegt, auf dem hin und wieder auch schweres Ger�t unterwegs ist. Das bedeutet, dass es
durch Biber immer wieder zu Sch�den an Infrastrukturen in unserer intensiv genutzten Kultur-
landschaft kommt. Wie soll damit umgegangen werden? Wie so h�ufig in solchen F�llen, bilden
sich Lager von Biberbef�rwortern und Bibergegnern. Sinn macht diese Polarisierung keine, denn
es geht hier nicht um Gut oder B�se, sondern um einen vern�nftigen Umgang mit einer f�r uns
neuen Situation. 
Im 19. Jahrhundert ausgerottet 
Ein kleiner Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Biber ur spr�nglich in ganz Europa heimisch
waren, ausgenommen in Island und Irland. Bis auf die h�heren Gebirgslagen kam er in weiten Tei-
len sogar fl�chendeckend vor. Ausgerottet wurde er im 19. Jahr hundert durch den Menschen, der
ihm aufgrund seines dichten Felles und seines schmackhaften Fleisches nachstellte. Sein
beschuppter Schwanz animierte die katholische Kirche dazu, ihn kurzerhand zum Fisch zu erkl�-
ren. So konnte er auch w�hrend der Fastenzeit verspeist werden. Das Bibergeil, ein Dr�sensekret,
galt auf Grund seines Gehaltes an Salicyls�ure als Heilmittel. In der damaligen Zeit waren dies
Gr�nde genug, um auch dem letzten Biber den Garaus zu machen. 
Biber brauchen Platz und ein gutes Management 
Die LGU setzt sich daf�r ein, dass in Liechtenstein eine gesunde und vertr�gliche Biberpopulation
Lebensraum erh�lt. Im Jahr 2014 konnte f�r zwei Monate ein Student der Biologie als Praktikant
besch�ftigt werden. Er holte umfangreiche Informationen zu Bibererfahrungen im benachbarten
Ausland, insbesondere der Schweiz und Deutschland ein und fasste diese in einem Bericht zusam-
men. Das Berufspraktium in der LGU wurde f�r sein Studium angerechnet, wodurch eine erfreu-
liche win-win Situation f�r beide Seiten entstand. Die LGU hat sich viel Wissen angeeignet rund
um den Biber. Wir teilen dieses Wissen, indem wir jedes Jahr zahlreiche Exkursionen zum Thema
durchf�hren, wie beispielsweise zur letztj�hrigen Jahresversammlung der LGU.
Schutz und Kontrolle 
Beim Biber handelt es sich um eine europaweit streng gesch�tzte Art. Durch die Berner Konven-
tion geniesst das zweitgr�sste Nagetier der Welt auch in Liechtenstein heute schon einen gewis-
sen Schutz. Damit Kollisionen mit menschlicher Nutzung minimiert werden, braucht es auch bei
uns ein gutes Biber-Management und die entsprechende Gestzesbasis. Eine dahingehende Ab�n-
derung des Naturschutzgesetzes ist in Vorbereitung und darf im kommenden Vereinsjahr erwar-
tet werden. 
Natur- und Artenschutzprojekte
4
Jahresbericht 
2014
Biber im Speckigraben,
Schaan 
In R�fesammlern kommt
es zu Kollisionen von
Biber und Bev�lkerungs-
schutz
Durch die grossz�gige Unterst�tzung der Grenouille-Stiftung kann sich die LGU f�r drei wichtige
Natur- und Artenschutzprojekte einsetzen.
LGU Jahresbericht_2014_druck_LGU Jahresbericht  20.04.15  19:15  Seite 4
        

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