Jahresbericht 2013 8Kleinstrukturen schaffen Zur Vernetzung der Lebensräume von Zauneidech- sen und Gelbbauchunken schafft die LGU an geeig- neten Standorten Kleinstrukturen und Kleingewäs- ser. Bei der Auswahl der Plätze wird Wert darauf gelegt, dass sie bestehende Standorte verbinden. So dienen sie als Trittsteine und tragen damit zur Ausweitung bestehender Lokalvorkommen bei. Ziel der LGU ist eine bessere Vernetzung von wich- tigen, bestehenden Lebensräumen und damit die langfristige Sicherung der Zauneidechsen- und Gelbbauchunken-Vorkommen in Liechtenstein. Indirekt wird mit diesen Massnahmen auch eine Vielzahl weiterer bedrohter Tier- und Pflanzenarten mit ähnlichen Lebensraumpräferenzen geschützt. Im Jahre 2013 konnten drei Projekte begleitet wer- den. Anlässlich der Sanierung der Bahnlinie zwi- schen Nendeln und Schaan finanzierten die ÖBB die Schaffung von Kleinstrukturen und Verbesse- rungen an Kleingewässern. In Zusammenarbeit mit dem Abwasserzweckverband, den Liechtensteini- schen Kraftwerken und der Gemeinde Gamprin konnten Kleinstrukturen neben der ARA geschaf- fen werden. Sie wurden schnell angenommen. Auch bei der Projektwoche der Realschule Triesen wurde die Lebensraum-Situation für Amphibien und Reptilien verbessert (siehe Seite 
6-7). Eidechsen-Männchen an der 
ARA 
Artenschutz-Projekte 2013 hat die LGU eine grosse Spende der Stiftung Grenouille erhalten. In den nächsten Jahren kann damit an drei Projekten gearbeitet werden. Lebensraum für eine Biberfamilie Die LGU setzt sich im Rahmen dieses Projektes für einen Biber-Lebensraum im Ruggeller Riet ein, wenn möglich im Binnenkanal oder im Möh- libach. Dieser Raum soll Naturschutzgebiet sein oder werden, damit er langfristig gesichert und vor Störungen geschützt ist. Zur Erreichung des Ziels engagiert sie sich aktiv in der Biber-Arbeitsgruppe des Landes Liechtenstein. Mit Öffentlichkeitsar- beit (Umweltbildung an Schulen, Erstellen von Informationsmaterial, LIEWO-Seiten), Exkursionen und Gesprächen bei Stakeholdern (Gemeinden, Landwirte, Bürgergenossenschaften, Grundstücks- eigentümern etc.) schafft die LGU Verständnis für die Bedürfnisse der Biber. Werden besondere Massnahmen für die Schaffung eines Lebensrau- mes notwendig (z.B. Vertiefung des Bachbettes, Verlegung Landwirtschaftsstrasse, Bodenerwerb), unterstützt die LGU diese mit Arbeitsleistung und wenn möglich auch finanziell. Für umweltbildnerische Massnahmen wurde ein «Biberkoffer» zusammengestellt, der ausser Infor- mationsmaterial auch spielerische Elemente, wie «Handschuh-Flossen» oder eine «Ich-sehe-wie-ein- Biber-Brille» enthält. Ein echtes Biber-Fell mit Kelle und ein Schädel mit den enorm grossen Nagezäh- nen runden die Inhalte ab und bringen Gross und Klein zum Staunen. Der Biberkoffer wurde in einer LIEWO-Seite vorgestellt. An den Biber-Exkursionen besteht grosses Interesse. In der Biber-Arbeitsgruppe des Landes wurde der Entwurf des Biberberichts besprochen. Die LGU empfahl, die Bestimmungen zum Schutz des Bibers in das Naturschutzgesetz 
aufzunehmen. Naturmonografie «Wildnisgebiet Samina- und Galinatal» Im Frühjahr 2012 erarbeiteten die Botanisch-Zoolo- gische-Gesellschaft BZG und die LGU ein Konzept zur Erforschung des Samina- und Galinatals, weil dort noch eine beeindruckende Naturlandschaft in ihrer Ursprünglichkeit besteht. Bereits 2012 si- cherten private Sponsoren mit ihren Spenden ei- nen grossen Teil der notwendigen Forschungsgel- der. Die Stiftung Grenouille unterstützt das Projekt ebenfalls. Über die Inatura finanziert das Land Vor- arlberg etwa ein Drittel die Forschung. LGU und BZG sind zuversichtlich, dass sich auch Liechten- stein noch am Forschungsaufwand beteiligen wird. Erfreulich ist, dass die Erforschung des Gebietes 2014 starten wird. 
Foto: Jürgen 
Kühnis 
Die Praktikantin Sandra Fausch   wurde für eine   LGU-Reportage   zum Biberhand- schuh-Modell.In den Kleinstrukturen   an der Bahnlinie leben geschützte Reptilien.
        

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