Jahresbericht 2013 6Für Molche und Waldohreulen Die Zerschneidung der Landschaft wird für Tiere und Pflanzen immer mehr zum Problem. Wie sich das ändern lässt, erprobte die Realschule Triesen. Zwei Schüler mühen sich mit einer gut beladenen Schubkarre. Sie versuchen möglichst viel Material zu einem wachsenden Steinhaufen zu transportie- ren, der einmal Schutz und Wohnraum für Eidech- sen bieten soll. Die Schülerinnen und Schüler der Realschule Triesen gestalten einen Lebensraum für verschiedene Tierarten. Experten des Liechtenstei- ner Ornithologischen Landesverbandes stehen ih- nen mit Rat und Tat zur Seite. Einige Meter weiter werden Mulch, Hackschnitze und Zweige aufge- schichtet. Hier entstehe eine Geburtsklinik, teilen die Jugendlichen stolz mit. Reptilien und Insekten sollen einen Ort für die Eiablage finden. Lebensräume kennenlernen Im Rahmen einer Projektwoche, die die CIPRA- Liechtenstein gemeinsam mit der Realschule Trie- sen im vergangenen Herbst gestaltet hat, lernten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Natur- lebensräume, auch Biotope genannt, kennen. Während die einen an der Kleinstruktur für sonnen- liebende Eidechsen arbeiten, untersuchen Experten vom Fischereiverein mit einer anderen Gruppe ein anderes Ökosystem (so nennen Biologen ein Bio- top mit den darin lebenden Organismen), einen Teich. Die meisten gehen der verborgenen Welt unter Wasser zum ersten Mal auf den Grund. Lebensräume vernetzen Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Fische – wie viele andere Tiere und wir Menschen auch – mehrere verschiedene Lebensräume zum Überleben brauchen. Diese müssen miteinander verbunden sein, damit sie erreicht werden können. Wir Men- schen verbinden unsere Lebensräume aktiv. Über Strassen gelangen wir beispielsweise vom «Wohn- Raum» zum «Arbeits-Raum». Der Begegnung mit anderen Menschen sind über die verschiedenen Verbindungsachsen (fast) keine Grenzen gesetzt. Die Situation für die Tier- und Pflanzenwelt ist oft 
komplizierter. Die Bodensee-Seeforelle, zum Bei- spiel, ein beeindruckender Fisch von bis zu 1.30 m Länge und leider vom Aussterben bedroht, lebt im See und braucht zum Laichen und als Kinderstube für die Jungfische ein gut erreichbares Fliessgewäs- ser. Dieses muss strukturreich und vielfältig sein, um den Jungfischen Nahrung und Versteck bieten zu können. Der begradigte und eingedämmte Al- penrhein bietet diese Voraussetzungen schon lan- ge nicht mehr. Durch seine Eintiefung war der Auf- stieg in seine Seitengewässer lange Zeit erschwert oder unmöglich. Erst Renaturierungsmassnahmen an Mündungsbereichen haben einige Seitenflüsse für die Fische wieder erreichbar gemacht. Was Bienen hilft, nützt auch Menschen Vernetzte Lebensräume sind für Bienen lebens- wichtig. Der Imkerverein begleitete die Klassen auf dem Bienenlehrpfad und die Jugendlichen erfuhren, dass sowohl die von Imkern gehaltenen Völker der Honigbiene, als auch unsere einheimi- schen Wildbienenarten Verbindungsachsen von ih- ren Wohnräumen zu den Futterquellen brauchen. Wildbienen sind zudem auf vielfältige Nistmög- lichkeiten angewiesen, wie gut besonntes Totholz, Mauern oder Brachflächen. Wie Bienen leben, was alles zu den Aufgaben eines Imkers gehört und wie fein der Honig schmeckt, faszinierte die Schü- lerinnen und Schüler. Ausser den Honigbienen sind auch die Wildbienenarten wichtig, um unsere Obst- und Gemüseernten und die Vielfalt an ein- heimischen Wildkräutern sicher zu 
stellen. Zusammenhänge erkennen Wie viel Wissen über die Zusammenhänge in der Natur für die Forstarbeit nötig ist und wie müde und hungrig man dabei wird, war eine grosse Er- fahrung für die jungen Leute, als sie mit dem Förster unterwegs waren. Die Vernetzung der Wälder mit den angrenzenden Gebieten, wie 
landwirtschaft- 
Acht Mitgliedsor- ganisationen von CIPRA Liechtenstein beteilgten sich an der Projektwoche. Sie leisteten ihre Arbeit ehrenamtlich und übernahmen auch einen grossen Teil der Material- kosten. Was lebt alles im Schulteich? Im Laufe der Woche bekamen alle Molche einen Namen.
        

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