Jahresbericht 201315 «Liechtenstein ist ein Autoland» sagte der für Ver- kehr zuständige Regierungsrat Martin Meyer im März 2008. Vermutlich müsse ein Umdenken statt- finden. Wenige Jahre später ist allen Verantwortli- chen in Politik und Wirtschaft klar, dass man auch in Liechtenstein nicht länger nur Auto fahren kann. Nun muss man die Alternativen dazu - zu Fuss ge- hen, Radfahren, Bus und Bahn - fördern, weil nur auf diese Weise der Stau auf der Strasse und die damit einhergehenden Belastungen für die Bevöl- kerung reduziert werden können. Deshalb hat die S-Bahn FL.A.CH jetzt höchste Priorität. Der Standpunkt-Wechsel fällt den Entscheidungs- trägern noch schwer. Sie sind ja in der Regel selber meistens mit dem Auto unterwegs. Er wird deshalb nicht konsequent vollzogen. Nur damit ist es zu erklären, dass immer noch wider besseres Wissen veraltete Strassenbaupläne präsentiert werden. Der Preis der Strasse In Zeiten des Sparens ist es wichtig, die Kosten der Mobilität korrekt darzustellen. Deshalb haben LGU und VCL gemeinsam die wahren Kosten des Ver- kehrs ermittelt. Das Ergebnis verblüfft. In Liechten- stein werden jährlich rund 74 Mio. Franken Steuer- gelder für den motorisierten Individualverkehr und den Schwerverkehr ausgegeben. Über Mineralöl- steuer, Motorfahrzeugsteuer und LSVA werden etwa 37 Mio. Franken jedes Jahr eingenommen. Somit wird der Strassenverkehr jährlich mit etwa 37 Mio. Franken Steuergeldern bezuschusst, wäh- rend der öffentliche Verkehr nur etwa halb so viel, gut 18 Mio. Franken erhält. Stadttunnel Feldkirch – Letzetunnel Im Herbst 2013 startete in Vorarlberg das Verfah- ren zur Feststellung der Umweltverträglichkeit des Stadttunnels Feldkirch. Schnell war klar, dass die Auswirkungen des Tunnels auf Liechtenstein nicht angemessen untersucht werden. Begründet wird dies auf Seiten Vorarlbergs damit, der Verkehr wer- de nur wenig zunehmen. Genau diese Prognose ist aber sehr umstritten, weil sie auf der Annahme beruht, in Liechtenstein werde es zu keinem ver- gleichbaren Strassenausbau kommen. Das würde aber bedeuten, dass der Stau vom Ka- pazitätsengpass Bärenkreuzung einfach an den nächsten Kapazitätsengpass verlagert wird. Es sich also künftig an der Grenze Schaanwald, an der Engelkreuzung, dem Grosskreisel in Schaan oder 
Bahnlinie Radweg bestehend Radweg geplant Äsungsbereich gemäss BAFU 
Haupteinstände Rehwild1 
kmStau 
verlagern oder reduzieren? Zwei grössere Strassenbaupläne   stehen seit längerem zur Diskussion. Bei beiden soll ein Stau aufgelöst werden. Bei beiden wird er aber nur von einem zum anderen Ort 
verlagert.Mama! 
Mama! Dr Adrian macht miar alle Tunnel kaputt!Mama! 
Mama! Dr Wilfried würft miar dr ganz Dräck dura! Warum konn denn dia Kind ned zemma spela? vor den Rheinbrücken stauen wird. Das würde die Menschen in Liechtenstein sehr belasten. Damit die Auswirkungen umfassend geklärt werden, ha- ben Rainer Batliner, Markus Falk, Cathérine Frick, Walter Frick, Dagmar Gadow, Manuela Haldner- Schierscher, Siglinde Marxer, Wolfgang Marxer, Andrea Matt und Georg Sele im November 2013 eine Petition gestartet. Die LGU übernahm die Ko- ordination und die Öffentlichkeitsarbeit. An zwei gut besuchten Veranstaltungen infor- mierten die Petitionäre über den aktuellen Stand des Projektes. Dank der Unterstützung zahlreicher Menschen konnten sie Anfang Februar 2014 dem Landtag 1840 Unterschriften übergeben. Weiter- gehendes Ziel der Petition ist eine grenzüberschrei- tende, aufeinander abgestimmte 
Verkehrsplanung. Strassenverbindung Vaduz-Triesen Eine neue Strasse soll von der Rheinbrücke über das Industriegebiet nach Triesen verlaufen. In ei- ner Stellungnahme sprach sich die LGU Im Früh- jahr 2013 gegen das Projekt aus und wies darauf hin, dass die Strasse die Stausituation am Engpass Rheinbrücke/Anschluss Sevelen, verstärken wer- de. Im Dezember teilte die Regierung mit, dass die Auswirkungen der Strassenverbindung auf das bestehende, bereits stark belastete Netz nochmals vertieft überprüft werden 
müssen. S-Bahn FL.A.CH Der LGU-Vorstand beschäftigte sich intensiv mit dem Projekt S-Bahn FL.A.CH und stellte sich auf- grund der zahlreichen positiven Umweltauswirkun- gen hinter das Projekt. Die S-Bahn FL.A.CH ist der erste Baustein und das Rückgrat für eine Erschlies- sung der Region. Sie eröffnet die Möglichkeit für einen Doppelspurausbau zwischen Buchs und Sar- gans und eine Weiterführung durch das Liechten- steiner Oberland. Da die ÖBB einen umfassenden Umweltbericht vorlegten und das Wissen einheimi- scher Experten berücksichtigten, konnte die LGU viele Massnahmen als effektiv begrüssen. 
© 
Norbert 
Pfleger
        

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