Die grossen Themen der Zukunft Das Pilotprojekt «Wir Kinder wollen hoch hinaus! Die grossen Themen der Zukunft für kleine Leute im Alpenraum» wurde im Sommer abgeschlossen. Die LGU hat neue Ansätze einer Umweltbildung zu brisanten Themen in den Alpen entwickelt und erprobt. Im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojektes haben wir gezeigt, was Umweltbildung leisten kann. Sie befähigt Menschen, zu lernen und die Zukunft mitzugestalten. Projektleiter Gerhard Hornsteiner hat gemeinsam mit vielen Liechtensteiner Schulklassen zehn Tagesprogramme für 8 bis 14 Jährige entwickelt, zu Themen wie «Vielfalt des Lebens», «Klimaänderung» und «Landschaftsentwicklung». Jedes Tagesprogramm lebt davon, dass eine passende Erzählung die Kinder und Jugendlichen mit auf den Weg nimmt. Die Ge- schichte wird von abwechslungsreichen Suchaufträgen und spannenden Gruppenaufgaben mehrmals unterbrochen. Die Ergebnisse werden in der Gruppe ausgewertet, offene Fragen werden beantwortet und miteinander ausführlich besprochen. Im Laufe der Geschichte brin- gen sich die jungen Leute immer mehr ein. Sie erfinden dazu verschiedene Ausgänge. Ziel ist es, dass sie selbst zur Botschaft des Tagesprogramms finden, ohne dass ihnen vorgefer- tigtes Wissen angeboten wird. In einer zweiten Etappe setzen sich die Teilnehmenden mit der Zukunft auseinander: «Was wünsche ich mir in 5 bis 10 Jahren in Liechtenstein, dass auf diesem Gebiet passiert ist?» Im Verlauf der Zukunftswerkstatt werden die Wünsche immer konkreter: «Welche Projekte kön- nen wir selber in die Wege leiten?» Kinder und Jugendliche entwickeln selbständig viel ver- sprechende Projektideen und entscheiden darüber, wo sie gerne mitarbeiten würden. Damit wird die Gestaltungskompetenz im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ge- fördert. Das Pilotprojekt wurde von der MAVA-Stiftung für Naturschutz finanziert. 
Blühende Zwischenräume In Liechtenstein werden im Durchschnitt täglich 500 Quadratmeter Boden überbaut, über- wiegend Grünflächen. Die hohe Bautätigkeit und der stetige Infrastrukturausbau verändern nicht nur die Landschaft, sondern zerstören Lebensräume von Tieren und Pflanzen. So sind viele heimische Tier- und Pflanzenarten genötigt, auf immer weniger Fläche ihre Art zu er- halten. Dazu trägt auch die Intensivierung der Landwirtschaft bei: Durch die drastische Ab- nahme der Blütenpflanzen in den letzten Jahrzehnten sind zum Beispiel unsere rund 400 Bie- nen- und Wespenarten zusätzlich in Bedrängnis geraten. Umso wichtiger wird es, Siedlungslücken im Baugebiet als sogenannte «Trittstein-Biotope» aufzuwerten. Liechtensteins Siedlungsgebiet ist wenig dicht bebaut – die Potenziale, natür- liche Lebensräume auch im Siedlungsgebiet zu erhalten oder sie wieder zu schaffen, sind gross. Unter dem Motto «Blühende Zwischenräume» wollen wir Flächen im Siedlungsgebiet in den Fokus rücken. Ein erstes Projekt widmet sich privaten Hausgärten. Projektleiter Oliver Bettin hat im Herbst zusammen mit einer Gartenfachfrau zehn private Hausgärten unter die Lupe genommen und Tipps zur Aufwertung gegeben. Fazit: In vielen privaten Hausgärten blühen Pflanzen, welche zwar schön aussehen, aus ökologischer Sicht jedoch wenig nützlich sind. Doch wie wird der sterile Ziergarten Schritt für Schritt zum Le- bensraum für Schmetterlinge, Insekten und Kleinsäuger? Kernstück des Projektes ist eine Liste von 50 zwar hübschen, aber ökologisch wenig nützlichen Gartenpflanzen. Ihnen wer- den einheimische und regional angepasste Pflanzen mit ähnlichen Standortansprüchen ge- genüber gestellt. Diese dienen einer Vielzahl von Tieren als Futterpflanze und Wohnraum und sorgen für etwas mehr Leben in Liechtensteins Gärten. Wir freuen uns auf die Eröffnung der Gartensaison 2008! Das Projekt wird von der VP Bank Stiftung und der International Lottery of Liechtenstein Foundation ILLF unterstützt. Lebendiger Rhein Der Alpenrhein braucht eine Zukunftsperspektive. Für die Internationale Regierungskommis- sion Alpenrhein (IRKA) und die Internationale Rheinregulierung (IRR) sind Hochwasserschutz und Ökologie keine Widersprüche mehr. Im Entwicklungskonzept Alpenrhein haben sie ne- ben vielen anderen Massnahmen 20 Aufweitungsprojekte vorgeschlagen. Wenigstens stre- ckenweise soll der Alpenrhein wieder mehr Leben und Strukturvielfalt aufweisen. Eine hohe Priorität wird der Aufweitung der Eschner Au zugeschrieben. Obwohl hier bereits Dämme geschüttet werden, warten wir immer noch auf das Ja aus Eschen. Zusammen mit vier regionalen Umweltorganisationen lobbyierten wir für die Umsetzung der Massnahmen des Entwicklungskonzeptes. In Liechtenstein für die Aufhebung der Block- schwelle bei Schaan und die Planung der Aufweitung Eschner Au, beim Kanton St.Gallen und in Vorarlberg für die Umsetzung der im Konzept veranschlagten Hochwasserschutz- massnahmen im Unteren Rheintal. Und in Bern für einen neuen Staatsvertrag, in der Hoff- nung, dass mit Wien verhandelt wird. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen haben wir auch im fünften Projektjahr ein reiches Veranstaltungs- und Exkursionsprogramm angeboten. Rund 1000 Menschen erkun- deten mit uns die Geheimnisse des Alpenrheins und seiner 
Zuflussgewässer. 
4Jahresbericht 20065 
Jahresbericht 2007Jahresbericht 
2007 Projekte Die LGU führt Projekte durch. Wir wollen die Freude an der Natur fördern und das Interesse für die Wiederherstellung naturnaher Lebensräume 
wecken.Jedes Geschöpf ist mit einem anderen verbunden, und jedes Wesen wird durch ein anderes gehalten. Hildegard von Bingen
        

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