Erbprinz Hans- 
Adam vereidigt 
anlässlich der Eröff- 
nungssitzung des 
Landtages vom 
18. März 1989 die 
einzige weibliche 
Abgeordnete. 
In der Volksabstim- 
mung vom 22. und 
24. Januar 1988 
befürworteten die 
Stimmbürgerinnen 
und Stimmbürger 
Liechtensteins die 
Erhöhung der Man- 
datszahl des Land- 
tages von 15 auf 25 
Mitglieder. Zur 
Eröffnungssitzung 
vom 18. März 1989 
versammelt sich der 
Landtag letztmals 
im bisherigen Land- 
tagssaal im Regie- 
rungsgebäude. Für 
die Geschäftssitzun- 
gen des nunmehr 
25köpfigen Parla- 
mentes muss ein 
grösserer Raum 
benutzt werden, 
der Saal der Liech- 
tensteinischen 
Musikschule. 
diplomatischen Apparat leisten. Auch andere Kleinstaaten pflegen 
ihre internationalen Beziehungen in erster Linie über ihre Vertretung in 
der UNO. 
Falls Liechtenstein nicht rechtzeitig Mitglied der UNO wird, kann es 
passieren, dass sich die aussenpolitisch günstige Position, in der wir uns 
befinden, verschlechtert. Stehen wir international wieder vor ver- 
schlossenen Türen, wie das bis zum Anfang der siebziger Jahre der Fall 
war, wird es sehr schwierig, die Souveränität des Landes und das 
Selbstbestimmungsrecht der liechtensteinischen Bevölkerung zu 
bewahren. 
Parteienstreit hat zur vorzeitigen Auflösung des Landtages geführt. 
Das politische Leben der vergangenen Jahre war beeinflusst von Strei- 
tereien über das Kunsthaus und den Staatsgerichtshof. Die Zahl der 
Protestwähler hat von Wahl zu Wahl zugenommen, ohne dass es der 
zersplitterten Opposition gelungen wäre, einen Vertreter in den Land- 
tag zu entsenden. Ich bitte Sie, versuchen Sie zusammenzuarbeiten 
und gemeinsame Lösungen zu suchen — es geht langfristig um die 
Existenz dieses Landes. Die europäische Integration ist für uns eine 
grossere Herausforderung als ein nicht gebautes Kunsthaus und Strei- 
tereien im und um den Staatsgerichtshof. Aber selbst diese Probleme 
sind lósbar, wenn die Parteien ihre starren Positionen aufgeben und 
wir gemeinsam neue Losungen suchen. Setzen Sie positive Zeichen an 
den Anfang dieses historischen Abschnittes mit dem neuen und erwei- 
terten Landtag, und Sie werden feststellen, dass das Ansehen dieser so 
wichtigen Institution in der Bevölkerung wieder zunehmen wird. Für 
diese Aufgabe wünsche ich Ihnen Toleranz, Weitsicht und Gottes 
Segen. 
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