Ich bin im Waadtländer Jura geboren. Dort habe ich bis 
zum 16. Lebensjahr die Schule besucht und war dann vie- 
reinhalb Jahre lang in einem Internat in Zug. Danach 
arbeitete ich für kurze Zeit in der Westschweiz und kam 
dann in die Deutsche Schweiz, beziehungsweise nach 
Liechtenstein. Meine positiven Erfahrungen beziehen sich auf das «Rei- 
bungslose» und die schnellen Entscheidungen der Deutschschweizer, 
die negativen hingegen hängen mit ihrer Intoleranz und Verschlossen- 
heit zusammen. Meine ganze Familie lebt in der Westschweiz. Ich 
mache dort häufig Besuche und Ferien, um wieder «aufzutanken». 
Die Schweiz ist ein Platz, von dem ich denke, dass ich immer aufge- 
nommen werde. Das ist ein angenehmes Gefühl. In solchen Momenten 
bedeutet mir die Schweiz etwas. Ich habe mich aber immer einzig und 
allein als Westschweizerin gefühlt. Die Westschweizer sind eine Sache, 
Tessiner und Deutschschweizer eine andere. Was mir an den Deutsch- 
schweizern gefällt, ist ihre Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Die West- 
schweizer sind unkonventioneller und unkomplizierter. Es ist weniger 
wichtig, wer oder was man ist. Sie sind gastfreundlich. Was mich heute 
an ihnen stört, ist ihre Unentschlossenheit. Ausserdem sind sie prinzi- 
piell gegen alles, was aus der Deutschschweiz kommt. Hie und da 
könnten sie mehr überlegen und nicht einfach aus Prinzip dagegen sein. 
Ausserdem sollten sie für die französische Sprache kämpfen. Sonst wird 
sie mit der Zeit total verdrängt. 
Die Schweiz sollte etwas toleranter werden, offener sein und nicht 
immer eine Sonderstellung einnehmen wollen. Ich würde jeden Aus- 
länder hereinlassen, natürlich keine Kriminellen, Drogenhändler und 
andere Verdächtige. Aber Flüchtlingen, die Arbeit suchen, würde ich 
zum Beispiel ein halbes Jahr Zeit geben. Wenn jemand in seinem Land 
keine Arbeit hat, warum soll er es nicht wo anders versuchen können? 
Und wenn es nicht geht, dann soll er eben wieder zurück nach Hause. 
Das war genauso, als ich nach Liechtenstein kam. Wenn es mir nicht 
gefallen hätte und ich keine Arbeit gefunden hätte, wäre ich wieder 
gegangen. 
Wenn ich drei typische Eigenschaften nennen soll, habe ich wie- 
derum das Problem mit den unterschiedlichen Mentalitäten; aber ich 
will es trotzdem versuchen: Der Schweizer ist «tip top en ordre». Alles 
ist mehr oder weniger sicher, alles funktioniert. Weiters finde ich, dass 
die Schweizer immer einen Weg finden, um aus jeder Situation wieder 
fa 
(
        

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