dieser Gruppe wiederum stellen die Schweizer mit 4400 Personen den 
Hauptharst, gefolgt von 2100 Österreichern und 1000 Deutschen; der 
Rest verteilt sich auf über ein Dutzend weiterer Herkunftsländer. 
Knapp 70 Prozent der Einwohner leben in den sechs Gemeinden des 
Oberlandes, die restlichen in den fünf Gemeinden des Unterlandes. 
Etwas über 60 Prozent sind vierzig Jahre alt oder jünger. Die Männer 
sind mit 49 Prozent in der Minderheit. Von den 28 700 Einwohnern 
sind knapp 14000 erwerbstitig; dabei sind 4700 Grenzgänger aus 
Österreich und 2200 Grenzgänger aus der Schweiz nicht berücksich- 
tigt. Mit einem Anteil von knapp 2 Prozent beschäftigen die Landwirt- 
schaft weitaus am wenigsten, Industrie und Gewerbe hingegen mit 
53 Prozent am meisten Arbeitskräfte. Für den Dienstleistungssektor 
verbleiben 45 Prozent. 
Die Interviewer stiessen auf wenig Ablehnung. Einer der Ange- 
fragten meinte: «Wenn ich die Wahrheit sagen soll, dann müsste ich die 
Schweiz kritisieren, und das steht mir nicht zu; wenn ich das Bild der 
Schweiz aber aus nachbarlicher Höflichkeit beschönige, dann müsste 
ich lügen, und das will ich nicht.» Wenn auch nicht alle ihre Ablehnung 
so dezidiert begründet haben, hat bei vielen ein ähnliches Motiv eine 
Rolle gespielt; bei anderen war es Scheu vor der Öffentlichkeit oder 
Bescheidenheit, die in die Antwort mündete: «Wer interessiert sich 
denn schon für meine Meinung?» 
Die Interviews wurden von Mitte Dezember 1990 bis Mitte Februar 
1991 gesammelt. Dieser Hinweis ist deshalb von Bedeutung, weil sehr 
oft aktuelle politische Probleme angesprochen wurden, die aus der 
Distanz betrachtet an Tragweite verlieren mögen. Aber die Frage 7 lau- 
tete nun einmal: «Welches ist Ihrer Meinung nach zur Zeit das grösste 
Problem, das die Schweiz zu lösen hat?» 
Die Bearbeitung der Interviews nahm sehr viel Zeit in Anspruch. 
Meinen beiden Mitarbeiterinnen oblag es zunächst, die Bandaufzeich- 
nungen Wort für Wort in Schriftsprache niederzuschreiben. Dann 
folgte die redaktionelle Überarbeitung, Kürzung und Straffung des 
Gesagten. Es wurde darauf geachtet, die Sprache des Interviewten mög- 
lichst getreu wiederzugeben; wo es angebracht war, wurden auch Dia- 
lektausdrücke und Redewendungen mitübernommen. So entstanden 
nicht geschliffene Formulierungen, sondern spontane und damit wahr- 
scheinlich auch ehrlichere Aussagen über die Schweiz. Jeder Interviewte 
erhielt die überarbeitete Fassung zugesandt und die Möglichkeit 
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