Spontan verbinde ich mit der Schweiz Demokratie. In 
einigen Kantonen wird sie an der Landsgemeinde unmit- 
telbar ausgeübt. Die Ablösung einzelner Regierungs- 
mitglieder erfolgt direkt. Dieses Verfahren ist nicht so 
anonym wie Abstimmungen und Wahlen an der Urne. 
Ich bin in der Schweiz aufgewachsen und habe dort die ganze Schul- 
zeit verbracht. Mein Vater hat in Speicher (AR) eine Zahnarztpraxis. 
Man hat mir als Liechtensteinerin nie das Gefühl vermittelt, eine Aus- 
länderin zu sein, vielleicht deshalb, weil die Mentalität und das Ver- 
halten der Liechtensteiner jenem der Schweizer ähnlich ist. 
Die Schweiz ist für mich und meine Eltern gleichermassen Heimat 
wie Liechtenstein. Hier höre ich von vielen Liechtensteinern, dass sie 
sich nicht vorstellen könnten, auf der anderen Seite des Rheins zu leben. 
Das mag daran liegen, dass hier alles so klein ist und alle einander 
kennen. Aber ich könnte mir ebensogut vorstellen, in der Schweiz zu 
wohnen. An der Schweiz gefällt mir besonders die Vielfalt, die Vier- 
sprachigkeit, die Abwechslung in der Natur und in der Landschaft. Das 
Tessin hat eine völlig andere Mentalität als etwa die Ostschweiz oder 
Bern. An den Schweizern gefällt mir, dass man sich im grossen und 
ganzen auf sie verlassen kann. Schön wäre, wenn sie etwas offener auf 
die Menschen anderer Länder zugehen würden. Ich habe das Gefühl, als 
ob sie sich oftmals auf eine Insel zurückziehen und nur darauf schauen, 
dass es ihnen selbst gut geht. 
Wichtige Probleme sind gleich mehrere zu nennen: Das Drogenpro- 
blem beschäftigt mich sehr. Ich kann zwar keine Lösung anbieten, aber 
ich finde, man müsste anders an die Situation herangehen. Auch die 
Asylanten, welche in der Schweiz ein neues Zuhause suchen, sind ein 
grosses Problem, und schliesslich hat sich auch gezeigt, dass über die 
Notwendigkeit der Armee unterschiedliche Auffassungen bestehen. 
Man sollte das Militär neu überdenken und eine annehmbare Lösung 
für alle finden. 
Die Schweizer sind in meinen Augen sehr ordnungsliebend und 
fleissig. Leider ist ihr Denken oft etwas kleinkariert und reicht nicht 
weit über die Nasenspitze hinaus. 
Friedrich Dürrenmatt ist für mich ein bedeutender Schweizer. Ich 
kenne die meisten seiner Bücher und habe darin sehr viel gefunden, was 
für mich wichtig ist. Als bedeutende Schweizerin betrachte ich Elisabeth 
Kopp, da sie die erste Frau im Bundesrat war. Als ich zur Schule ging, 
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