Bis vor vier Jahren habe ich immer in Mailand gewohnt 
und hatte die Vorstellung, die Schweiz sei einfach ein sehr 
schönes Land. Bei uns sagt man zwar, die Schweizer seien 
sehr kühl und unfreundlich, und ich habe immer von Ita- 
lienern gehôrt, die in der Schweiz nicht gut behandelt 
wurden. Das kann ich von mir nicht sagen, ich fühle mich sehr wohl 
hier. Alles ist sauber, pünktlich, manchmal zu perfekt. Die Schweizer 
sind sehr freundlich, in den Geschäften sind die Verkiuferinnen sehr 
nett. Leider ist das in Mailand nicht so. Ich habe meine Stadt sehr gerne, 
wir haben superschöne Läden, aber man wird nicht so nett bedient. 
Man sagt, dass die Italiener sehr sensibel und romantisch seien, die 
Schweizer aber eher nüchtern. Ich glaube, die Schweizer sind auch sehr 
sensibel. Ihre Häuser sind immer sehr gepflegt mit Blumen und vielen 
kleinen Details. Blumen sind ein Zeichen von Sensibilität. Negativ 
empfinde ich die Organisation des Gesundheitswesens. In Italien haben 
wir andere Gewohnheiten. Wenn ich krank bin, gehe ich nicht unbe- 
dingt zum Arzt, sondern hole mir in der Apotheke ein Medikament. 
Hier muss ich immer zuerst zum Arzt. Das ist schwierig für mich. 
Ich würde gerne die Einstellung der Schweizer zu Italien ändern. Ich 
habe es nicht gerne, wenn die Leute bei Italien nur an Pizza und Mafia 
denken. Sicher gibt es in Italien sowohl Pizza wie Mafia, aber auch noch 
viel Anderes, viel Schlechtes und viel Wunderschönes. 
Meine Informationen habe ich aus Gesprächen. Auch das italienische 
Fersehen berichtet hin und wieder über die Schweiz. 
K«( 
Cristina Ghizzoni, Schaan, *1960, Italienerin, Architektin 
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