Zuerst denke ich an Nachbarn, und in dieser Hinsicht 
kann ich den Schweizern ein positives Zeugnis ausstellen. 
Während meiner Ausbildung habe ich mit Schweizern 
gearbeitet und mich sehr wohl gefühlt. Dieser Teamgeist 
war meine beste Erfahrung, davon schwärme ich heute 
noch. Wir treffen uns immer noch regelmässig, obwohl die Ausbildung 
schon zehn, beziehungsweise sechzehn Jahre zurückliegt. 
Da wir wie die Schweizer in einem der wohlhabendsten Länder der 
Welt leben, fühlen wir auch wie Schweizer. Ich habe fast ein schlechtes 
Gewissen deswegen. Ich habe dreizehn Jahre lang in Brasilien gelebt 
und gesehen, wie andere ihr Leben fristen müssen, ohne je einen Hoff- 
nungsschimmer auf Änderung zu haben. Dass der einzelne dagegen so 
wenig tun kann, stimmt mich traurig. 
Der Schweizer ist in seinem Denken noch zu sehr vom «Dörfligeist» 
beherrscht. Ich wünsche mir, dass sich ein offeneres Denken in Rich- 
tung Europa entwickelt — nicht nur in der Schweiz, auch in Liech- 
tenstein. 
Typische Schweizer sind pünktlich, sauber und umgänglich. 
Ich weiss nicht, wer der Bedeutendste ist, aber wichtiger als Politiker 
sind in jedem Fall Schriftsteller. Sie bringen dem Volk mehr und haben 
eine stärkere Überzeugungskraft. 
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Margrith Verling, Triesen, *1933, Liechtensteinerin, Ordensschwester, 
Primarlehrerin
        

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