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Als ich ein Kind war, bestand noch der Zollvertrag mit 
Osterreich. Wenn wir zum Einkaufen in die Schweiz 
wollten, musste die ganze Familie mitgehen. Pro Kind 
bekam man eine gewisse Menge. Es gab eine Grenzkon- 
trolle. Die Zóllner lagen auf der Lauer und passten die 
Schmuggler ab. Mit der heutigen Schmuggelei ist das natürlich nicht 
vergleichbar; damals versuchte man ein Paar Schuhe oder ähnliches her- 
überzubringen. In meinem Tenn steht heute noch ein kleiner Vierrad- 
wagen, mit dem damals geschmuggelt wurde. 
Später habe ich viel in der Schweiz gearbeitet, anfänglich auf dem Bau 
in Maienfeld, dann in der Textilindustrie. In jungen Jahren war ich wáh- 
rend vier Sommern oben am Julier auf einer Alp. Weil es hier keine 
Arbeit gab, musste man nehmen was kam. In dieser Hinsicht war die 
Schweiz offen, man wurde sozusagen geholt. 
Was mir immer in Erinnerung bleiben wird, ist der Waldbrand von 
1985. Es war grausig; das glühende Holz fiel über die Felswand hin- 
unter, und in der Nacht mussten wir unsere Tochter Wilma evakuieren. 
Als Nachbar steht die Schweiz für mich heute an erster Stelle. Es 
gefüllt mir, dass man ohne Pass hin und her kann und dass die Schweizer 
bei uns arbeiten kónnen und die Liechtensteiner drüben. Gewundert hat 
mich, dass man das Militàr abschaffen wollte. 
Die Schweizer sind arbeitsame Menschen. Sie sind auch gesellig und 
gastfreundlich uns Liechtensteinern gegenüber. 
Peter Eberle, Balzers, *1914, Liechtensteiner, Pensionist 
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