Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000041654/280/
Entwicklung von Bevölkerung und, Wirtschaft Die Gutachter zuhanden der Regierung betonen mehrfach die zentrale Funktion der internationalen Konkurrenzfähigkeit der liechtensteinischen Volkswirtschaft, auf die diese Standortvorteile positiv einwirken. Für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit bedarf es der «Aufrechterhaltung staatlicher Rahmenbedingungen, welche eine inno­ vative, die internationale Wettbewerbsstellung massgeblich stützende Unternehmungspolitik optimal zu fördern vermögen.»13 Von ausschlaggebender Bedeutung sei insbesondere die Qualifikations­ struktur der Erwerbstätigen; das Bildungs- und Fähigkeitskapital, welches für Liechtenstein «möglicherweise einen der letzten substantiellen Stand­ ortvorteile»14 darstelle. Dazu bedürfe es aber entsprechender Weiterbil­ dungsstrukturen an Ort und Stelle, die nach Ansicht von Kneschaurek/ Graf derzeit weitgehend fehlen.15 Da sich die preisliche Wettbewerbsfähig­ keit des Fürstentums Liechtenstein wie auch der Schweiz in den letzten 10 bis 15 Jahren eher verschlechtert habe, sei die qualitative Wettbewerbsfähig­ keit der entscheidende Faktor für die bisherigen Erfolge der liechtensteini­ schen Volkswirtschaft. In diesem Zusammenhang wird eine Abkehr vom quantitativen hin zum qualitativen Wachstum verlangt. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass die angebotenen Produkte und Diensdeistungen weniger preisreagibel sind und ihr vergleichsweise höherer Preis durch technisch hervorragende Eigenschaften wettgemacht wird.16 Diese Beschreibung trifft allerdings schon auf die jetzige Güterpalette der liechtensteinischen Wirtschaft zu. Fast automatisch haben das hohe Lohn­ niveau und die Knappheit an Beschäftigten sowie die restriktive staatliche Bewilligungspraxis für ausländische Arbeitskräfte in diese Richtung gewirkt. Dennoch war schon bisher dieses qualitative Wachstum von einem hohen quantitativen Wachstum begleitet. Im übrigen zielt diese Stu­ die mehr auf die Exportindustrie. Doch in dem für die gesamte Volkswirt­ schaft zentralen Banken- und Treuhandbereich beruht der Erfolg auf ande­ ren Grundlagen, nämlich insbesondere einem staatlich gesicherten Mono­ pol, einer besonderen Rechtsordnung, welche ihren Vorteil aus den Unter­ schieden zu den Rechtssystemen anderer Länder zieht. Zudem ist dieser Bereich - wie ein Reservat - prinzipiell den Liechtensteinern vorbehalten. 13 Kneschaurek/Graf, 139. 14 Kneschaurek/Graf, 133. 15 Kneschaurek/Graf, 135. 16 Kneschaurek/Graf, 115 f. 293
        

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