Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000041654/233/
Entstehung der Parteien Finanzkommission an, war Referent wichtiger Gesetze, so des Gesetzes über die Vermittlerämter (hier hatte er als Jurist im Auftrage des Landtags einen Gesetzentwurf ausgearbeitet) und der Reform der Landtagswahlord­ nung. Umgekehrt verstand er es, bei der Organisation der Notstandsmass- nahmen vor allem als Kritiker aufzutreten, nie selbst für irgendetwas ver­ antwortlich zu sein, obwohl er in den Jahren 1915-1917 Mitglied der Lan­ desnotstandskommission war. Er betätigte sich hier überwiegend als Kas- sandra einerseits, als Rufer in der Wüste andererseits. Seinen besseren Vor­ schlägen sei niemand gefolgt, so dass er die Fehlentwicklung zwar voraus­ gesehen habe, sie aber nicht verhindern konnte. Liest man daraufhin die zahlreichen Beiträge zu diesem Problem in den Oberrheinischen Nachrich­ ten, so zeigt sich freilich, dass natürlich auch er nicht über ein Patentrezept verfügte. 4. Von der Oppositionspartei zum Parteiensystem a) Die Landtagswahl 1918: Volkswahl gegen Parteienwahl? Mit der Schliessung des Landtages am 7. Januar 1918 ging die Wahlperiode 1914-1917 zu Ende. Am 11. März 1918 sollte die erste Wahl nach der neuen Landtagswahlordnung stattfinden, d.h. eine allgemeine, geheime und direkte Wahl. Der erste offene Landtagswahlkampf spielte sich zum grössten Teil in den beiden Zeitungen ab. Das Volksblatt war nach einem Redaktions­ wechsel zum Jahresbeginn besser für die Auseinandersetzung gerüstet als bisher. Die Zeitung bemühte sich zwar darum, im Vergleich mit den Ober­ rheinischen Nachrichten eine unabhängige, überparteiliche Zeitung zu sein, aber sie war jetzt unverkennbar kämpferisch. Die zahlreichen Leserbeiträge in beiden Zeitungen vermitteln darüber hinaus eine Ahnung von den Aktionen und Reaktionen der Bürger im Zusammenhang mit dem Wahl­ kampf. Die Wahlauseinandersetzung begann in beiden Zeitungen bereits parallel zur abschliessenden Würdigung der Arbeit des alten Landtages. Während das Volksblatt dessen Leistungen keineswegs höher bewerten wollte als die früherer Landtage,56 zogen die Oberrheinischen Nachrichten eine sehr 56 L.V. 25.1.1918. 243
        

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