Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000041654/232/
Helga Michalsky dersetzung von Bedeutung. Dr. Beck erinnerte dem Regierungschef gegen­ über daran, dass die liechtensteinische Regierung rechtlich nicht nur aus einer Person, d. h. dem Regierungschef, bestehe, sondern dass zur Regie­ rung auch die liechtensteinischen Landräte gehörten.54 Diesen Gedanken hat Beck in der Folgezeit nicht mehr fallen gelassen, und er hat seine Forde­ rung nach einer Demokratisierung der Regierung als eine Neubelebung und Weiterentwicklung dieses in der Verfassung von 1862 angelegten Re­ gierungskollegiums interpretiert. Immer stärker stellten die Oberrheini­ schen Nachrichten Forderungen, die die Beteiligung des Volkes an der Regierung betrafen, in den grösseren Zusammenhang der europäischen Er­ eignisse. So wurde 1917 das direkte Wahlrecht auch für Liechtenstein als unverzichtbar erklärt.55 Die Gewährung des direkten Wahlrechts durch den Fürsten diente der institutionellen Aufwertung des Landtages als Volksvertretung; sie war damit ein weiterer Schritt auf dem von der Opposition eingeschlagenen Weg. Die Diskussion, die darüber im Landtag geführt wurde, spiegelte die zwiespältigen Gefühle, die diese Veränderung bei den traditionellen politi­ schen Kräften im Landtag auslöste. Die Gegner von Parteien befürchteten nämlich, dass nun die Entwicklung in Richtung Parteiwesen voranschreiten werde. Die neue politische Richtung verfolgte jedoch auch inhaltliche Ziele im Landtag. Der Antrag auf Revision der Gewerbeordnung wurde bereits erwähnt. Mit Bück auf den Ausgangspunkt der politischen Aktivität von Beck ist das Ergebnis nicht ohne Ironie. Obwohl die Initianten nur beschei­ dene Änderungen durchsetzen konnten, wurden diese einstimmig beschlossen. Bedingt durch die Auswirkungen des Krieges traten immer stärker die Notstandsmassnahmen in den Vordergrund der Land- tagsdebatten. Hier ergaben sich die Differenzen weniger aus den Ziel­ setzungen als aus der Uneinigkeit über den richtigen Weg und die einzu­ setzenden Mittel. Bei den Erfolgen des Landtages zwischen 1914 und 1918 schrieb Beck dem Wirken seiner Gruppe viel zugute. Er selbst war nicht nur ein engagierter Redner, sondern auch ein fleissiger und mit vielen Aufgaben betrauter Abgeordneter. Er gehörte seit seinem Eintritt in den Landtag der 54 O.N. 1.12.1917. 55 O.N. 12.5., 25.8.1917. 242
        

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