Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
14
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000041654/220/
Helga Michalsky selbst nicht zu offen und mitteilsam zu sein. Ziel war es, die Mehrheit der Wahlmänner im Oberland zu gewinnen und dies möglichst allein mit Wahlmännern der Gemeinden Balzers, Triesen und Triesenberg zu schaf­ fen, da Beck den Schaanern und Vaduzern nicht recht traute.18 Zu den Wahlaussichten entwarf Beck schon im November 1913 ein sehr optimisti­ sches Bild, ob aus Überzeugung oder zum Ansporn der Helfer, sei dahinge­ stellt.19 Angesichts der Zustimmung, die Beck und seine Helfer mit dem Vor­ haben in Teilen der liechtensteinischen Bevölkerung fanden, wobei Beck selbst mit regelmässigen Nachfragen und eigenen Erfolgsmeldungen sowie Ermunterung anscheinend kräftig nachhalf, stellt sich natürlich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen den Aktivitäten dieses einzelnen Man­ nes und den politischen und sozialen Rahmenbedingungen. Was waren die Grundlagen und Voraussetzungen seines Erfolges? Die Attacken Becks gegen Landtag und Regierung von Liechtenstein, denen sich seine Landsleute nun so willig anschlössen, waren nicht so unbe­ rechtigt, wie seine politischen Gegner glauben machen wollten. Der lang­ jährige Landesverweser In der Maur (1884-1892,1896-1913)20 
führte als Re­ gierungschef ein selbstherrliches Regiment, nicht ohne Fürsorge, aber im Gefühl seiner Überlegenheit und mit Herablassung den Liechtensteinern gegenüber. Obwohl zum Regierungskollegium nominell auch zwei liech­ tensteinische Landräte gehörten, wurden sie praktisch nie zugezogen, pro­ testierten aber auch nicht gegen diesen Ausschluss von der Regierungsmit­ wirkung.21 Der Landtag unter der Führung seines seit 1890 ununterbrochen amtierenden Präsidenten Dr. Albert Schädler trat dem Regierungschef nur in einigen Konfliktfällen entgegen, insgesamt dominierte der Regierungs­ chef im Verhältnis zwischen Landtag und Regierung, und der Landtagsprä­ sident leitete den Landtag seinerseits mit eher patriarchalischer Autorität. Die-in der Verfassung von 1862 verankerte konstitutionelle Monarchie schrieb diese schwache Stellung der Volksvertretung nicht vor, liess sie aber allemal zu.22 Das indirekte Wahlrecht, das 1862 bei seiner Einführung ver­ breitet war, war im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts nicht nur in 18 Brief Dr. Becks v. 22.10.1913. " Brief Dr. Becks v. 4.11.1913. 20 Vgl. Vogt, Rechenschaftsbericht, 42. 21 Geiger, Geschichte, 332. 22 Ebd. 230
        

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