einerseits als Folge der grösseren Talbreite betrachtet und andererseits der hier geringe- 
ren Höhe der Gebirge zugeschrieben werden. 
In den Alpentälern sind auch die tageszeitlichen Berg- und Talwinde ausgeprägt. 
Am frühen Morgen weht ein spürbarer Wind aus südlicher Richtung. Gegen Mittag lässt 
er nach und macht dem «Unterluft», einem mitunter recht stürmischen Nordwind, 
Platz. Dieser lässt erst mit tiefem Sonnenstand nach und gibt sein Regime langsam wie- 
der an den Bergwind ab. Das Berg- und Talwindsystem wird durch lokale Gegebenheiten 
stark beeinflusst. So verläuft zwischen Sevelen und Buchs mitten durch das Tal eine 
markante Windgrenze. Während am Morgen in Buchs bei relativer Windstille recht tiefe 
Temperaturen herrschen, tritt schon nördlich von Sevelen eine spürbare Erwärmung 
ein, begleitet von einem Wind aus südlicher Richtung. Am Abend lässt sich die umge- 
kehrte Erfahrung machen. Eine weitere Beobachtung, welche die Existenz des Berg-/Tal- 
windsystems deutlich vor Augen führt, tritt an einzelnen Nebeltagen im Übergang zu sta- 
bilen Inversionslagen auf. Am Vormittag kann der südliche Teil der Region noch klar 
sein. Erreicht dann die Sonne ihren Höchststand und damit der Talwind allmählich 
seine stärkste Ausprägung, kriecht der Nebel rheintalaufwärts und nimmt seine nächste 
Grenze am Schollberg, südlich von Trübbach, ein. 
Eine Trockeninsel um Vaduz. Dank langjähriger Messungen wissen wir, dass die 
Niederschlagsmengen rheintalaufwärts abnehmen. Zwischen Buchs-Schaan und Wart- 
au-Balzers sind die Niederschläge mit rund 1000 mm pro Jahr merklich niedriger als in 
Altstätten mit jährlich 1400 mm. Die Messung bestätigt, was auch anhand der Schnee- 
decke festgestellt werden kann. Das nördliche Werdenberg und das Liechtensteiner 
Unterland erhalten in der Regel mehr Schnee als das südlich anschliessende Gebiet. Ein 
Minimum an Schnee verzeichnet regelmässig das Gebiet von Weite-Triesen. Südlich des 
Schollberges wächst die Schneedecke schnell an. In Sargans fällt der Neuschnee jeweils 
bedeutend ergiebiger als im südlichen Werdenberg und im Liechtensteiner Oberland. 
Sargans nimmt aber eine Sonderstellung ein, denn schon das benachbarte Bad Ragaz 
weist Niederschlagsmengen auf wie Vaduz und bildet somit den Übergang zum trocke- 
nen Churer Rheintal. Das Gebiet am Fusse des Alviers ist also nicht nur eine kleine 
«Wärme»-, sondern auch eine «Trockeninsel». Dies lässt sich auch anhand von ver- 
schiedenen Lebewesen belegen. In der Region wurde der Feuer-Föhrenschwamm, der 
auf trocken-kontinentales Klima angewiesen ist, bislang erst auf dem trockenen, süd- 
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