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Wasser aus dem Berg. Wasseraustritte aus dem Fels, sogenannte Kluftquellen, sind in 
der Region vor allem auf der St.Galler Seite zahlreich. Sie finden sich bevorzugt dort, wo 
das Gestein aus hartem und zerklüftetem Kalk besteht. Hier vermag das Wasser in den 
Fels zu dringen. Entlang der Bruchstellen sucht es sich den Weg, der gelegentlich in 
tieferen Lagen wieder an die Oberfläche führt, in den Untergrund. Dabei können auch 
wasserstauende Gesteinsschichten, die ja meist in Wechsellagerung mit den harten Kal- 
ken auftreten, den Austritt an die Bodenoberfläche provozieren. Auf diesem langen Weg 
vermag das leicht saure Wasser den Kalk zu lösen, freilich nur in geringen Mengen. Aber 
im Verlaufe der Jahrmillionen haben sich in der Folge davon Schrunden und Löcher in 
den Fels gegraben, und kleine Klüfte sind zu eigentlichen Gängen ausgewachsen. Der 
Schrattenkalk als typischer Vertreter dieser Gesteinsart hat seinen Namen von den ober- 
flächlich erkennbaren Schratten erhalten. Grosse Teile des Alpsteins und des Alviergebie- 
tes werden vom Schrattenkalk oder von ähnlichen Gesteinen aufgebaut. Entsprechend 
zahlreich sind in diesen Gebieten die Karstphänomene, also Formen, die aufgrund der 
Kalkauswaschung entstehen: trichterförmige Vertiefungen, oberflächlich abflussiose 
Seen, plötzlich versickernde Bäche, eine allgemeine Armut an Oberflächengewässern 
sowie Höhlenreichtum. Die grössten Höhlen der Region mit Schachttiefen bis zu 180 m 
finden sich am Fusse des Gamser Ruggs. Das hydrologische Gegenstück zu diesem For- 
menschatz besteht im Reichtum an Karstquellen in tieferen Lagen. Der Voralp-, der Säm- 
tiser- und der Fälensee haben wohl Zuflüsse, aber keine sichtbaren Abflüsse. Mittels 
Färbversuchen wurde der Weg dieses Wassers verfolgt. In der Karmulde von Sisitz hinter 
dem Margelkopf versiegt der Bach plötzlich. Ein Teil dieses Wassers speist auf der ande- 
ren Seite der Wasserscheide das Werdenberger Seelein. Die Versickerungen des Fälen- 
und Sämtisersees treten bei Grüt in der Gemeinde Sennwald als grosse Wassermengen 
aus dem Felsen und dem diesem vorgelagerten Schutt und vereinigen sich zum ein- 
drücklichen Kobelbach. Weitere Karstquellen finden sich südlich von Trübbach sowie 
am Fusse des Alviergebietes zwischen Wartau und Buchs. 
Eine weitere Form von Wasseraustritten erfolgt dort, wo das Wasser entlang von 
undurchlässigen Gesteinsschichten an die Oberfläche gezwungen wird. Solche Eigen- 
schaften haben die mergeligen und tonigen Schichten der linksrheinischen Gebirge und 
die Raiblerschichten und Partnachschiefer in den Liechtensteiner Bergen. Eine ähnliche 
Funktion können auch Moränenablagerungen der eiszeitlichen Gletscher übernehmen. 
Quellen solcher Entstehung trifft man vor allem in Planken an. 
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