Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
9
Erscheinungsjahr:
1981
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_9/2/
Libellen — Kleinodien unserer Gewässer (SBN/LGU) Wer als aufmerksamer Beobachter an einem Seeufer entlangspaziert, durch eine Riedlandschaft mit Weihern wandert oder auch nur am Gartenteich sitzt, dem können die Libellen kaum entge- hen, diese farbenprächtigen Insekten, die wie funkelnde Edelsteine hin und her jagen, sich kurz auf einen Stein oder an einen Schilfhalm setzen, um bald darauf in reissendem Flug wieder zu entschwinden. Dieser Ausgabe des «Liechtensteiner Umweltberichtes» liegt das Sonderheft «Libellen» des Schweizerischen Bundes für Naturschutz bei. Auf 24 Seiten fin- den Sie neben hervorragenden Farbauf- nahmen auch eine Fülle von Informatio- nen über die Biologie dieser faszinieren- den Insekten, über ihre ökologische Rolle, ihre Gefährdung und ihren Schutz. Dabei wird deutlich, dass der Schutz bestimmter Arten nur unter Ein- bezug des Schutzes ihrer Lebensräume wirksam sein kann. 
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Libellen 
November 1981 Bis vor wenigen Jahrzehnten zählten die Li- bellen zu den häufigen und allgemein bekann- ten Insekten. Davon zeugen die vielen volks- tümlichen Namen wie «Wasserjupfara» oder «Rossangel». Dass diese Tiere trotz ihrer an- rüchigen Bezeichnungen für den Menschen völlig harmlos sind — sie stechen nicht und beissen höchstens ein wenig, wenn man sie fängt — sei hier gleich vorweggenommen. Die Libellen sind ein altes Geschlecht. Die frühesten, als «Versteinerungen» bekannten Vertreter dieser Insektengruppe bevölkerten vor rund 250 Millionen Jahren — in der Stein- kohlezeit — ausgedehnte Riesenfarn- und Schachtelhalm- (= Katzenschwanz) Sümpfe. Diese Urlibellen erreichten eine Flügelspann- weite bis zu 70 cm. Alle heutigen Formen sind wesentlich kleiner; im übrigen haben sie sich im Laufe der Jahrmillionen nicht sonderlich verändert. Heute bevölkern sie in grosser Vielfalt weite Teile der Erde. Leider sind viele mitteleuropäische Arten aufgrund menschlicher Eingriffe in die Landschaft und 
in den Naturhaushalt selten geworden. Einige sind sogar vom Aussterben bedroht. Libellen - natürliche Umweltindikatoren Libellen sind auf Gedeih und Verderb an Feuchtbiotope gebunden. Als Larven verbrin- gen sie oft Jahre im Wasser, bevor sie sich in leichtbeschwingte  Fluginsekten verwandeln. Die neuere Forschung hat ausserdem gezeigt, dass viele Arten sich nur in bestimmten Ge- wässertypen entwickeln können und dass sie überaus empfindlich auf menschliche Verän- derungen ihrer Fortpflanzungsbiotope reagie- ren. Deshalb eignen sich die Libellen — als Indikatoren oder Zeigerorganismen — ausge- zeichnet, um den ökologischen Wert einer Landschaft und den Gesundheitszustand eines Gewässers zu beurteilen. Im Licht die- ser Tatsache kommt den Libellen ganz allge- meine Bedeutung für den Natur- und Um- weltschutz zu. 
Als hochinteressante und farbenprächtige Tiere, die den Naturfreund immer wieder neu zu begeistern vermögen, sind die Libellen aber auch — ganz abgesehen von ökologischen Überlegungen — erhaltenswert. Leider richten sich die Naturschutzbestrebungen im allge- meinen noch allzu einseitig auf die Erhaltung auffälliger Säugetiere, Vögel und Blüten- pflanzen aus. Dass Insekten und andere Kleinlebewesen ebenso erhaltenswert und schutzbedürftig sind wie Steinbock, Eisvogel und Frauenschuh, zeigt die Ausstellung «Li- bellen — Kleinodien unserer Gewässer». Sie wurde vom Schweizerischen Bund für Natur- schutz mit finanzieller Unterstützung des Kantons Graubünden realisiert. Auf 20 Tafeln mit vielen' aussergewöhnlichen Farbbildern gibt die Ausstellung auf viele Fra- gen aus dem Leben der Libellen Auskunft: Woran erkennt man eine Libelle? Welches sind ihre 'Leistungen beim Fliegen und Sehen? Was fressen Libellen, und welche Tiere fressen sie? Wie pflanzen sich Libellen fort? Wie enrsteht aus der unscheinbaren Larve das farbenpräch- tige Insekt? Welche Ansprüche stellen Libellen an ihren Lebensraum, und wo finden wir die häufigsten Arten? Warum sind viele Libellen- arten in ihrem Fortbestand gefährdet, und was- kann man zu ihrem Schutz unternehmen? Die Tafeln werden ergänzt durch eine Vitrine mit Präparaten sowie mit weiteren speziellen Angaben, die für Liechtenstein bedeutsam sind. Die Ausstellung wird erstmals an der LGU-Mitgliederversammlung vom 16. Nov. 1981 im Schulzentrum Liechtensteiner Unter- land in Eschen gezeigt. Anschliessend wird sie in weiteren Schulen des Landes bis Jahres-   ende zu sehen sein.
        

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