Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
9
Erscheinungsjahr:
1981
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_9/10/
Fortsetzung von Seite 9 dendecke auf Feldrainen, Böschungen, nicht bewirtschafteten Flächen und an Wegrän- dern» mit Herbiziden zu behandeln: Wie das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berichtet, gilt dieses' Verbot seit dem 1. 1.1981 auch für Bundesfern- und Landstrassen.   In nicht unerheblichem Masse werden aber immer noch in Gärten und vor allem auf an- grenzenden Flächen und Wegrändern von den Grundbesitzern Herbizide ausgebracht. Aus diesem Grunde ist eine breite Informa- tion der Öffentlichkeit über die ökologische und ästhetische Bedeutung naturbelassener Flächen, insbesondere auch der Strassen- und Wegränder, von grosser Bedeutung. Diese, für viele zunächst unscheinbaren Le- bensräume sind in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten häufig die letzten Refu- gien für Acker- und Wiesenunkräuter und ihre Fauna, also ökologisch bedeutende Biotope. Eine vielfältige Flora ist. die Grundlage für eine gut entwickelte Insekten- und Wirbeltier- fauna. Umgekehrt führt die Abnahme der «Unkrautbestände» zu einem Populations- rückgang beispielsweise bei körnerfressen- den Vögeln (Hänflinge, Wachteln, Rebhuhn) oder Insekten, denen die spezifischen Nah- rungspflanzen vor allem Während der Ent- wicklungsperiode fehlen.  Wissenschaftliche Untersuchungen haben erwiesen, dass mit jeder vernichteten Pflanzenart an Wegrän- dern etwa 5 bis 15 wirbellosen Tierarten ihre Lebensgrundlage entzogen wird.  Dadurch wiederum ergeben sich negative Auswirkun- gen auf den Bestand insektenfressender Vö- gel, Reptilien und Säugetiere. Für die Belan- ge des Naturschutzes ist es deshalb äusserst wichtig, Wegrandgesellschaften zu erhalten. Heydemann (Grüne Mappe 1980, Landesna- turschutzverband Schleswig-Holstein) emp- fiehlt, Strassenränder nur unmittelbar neben der Fahrbahn in einem Randbereich von 1 bis 1,5 m Breite einmal jährlich zwischen August und Oktober zu mähen, für den übrigen Strassenrandbereich bis zu den anstehenden Gebüschen oder Feldern genügt eine Mahd in mehrjährigem Abstand. (Aus: Info-Dienst Deutscher Naturschutzring, Nr. 7, Juni 1981) Dänemark: Kampf den Verkehrsunfällen durch. Geschwindigkeitsbegrenzung Dänemark hat die maximal erlaubten Ge- schwindigkeiten auf den Strassen reduziert. Die Auswertung der ersten zwei Untersu- chungsjahre bringt eine spürbare Reduktion der Unfälle: Auf den Landstrassen mit der Herabsetzung der Geschwindigkeit von 100 auf 80 km/h mit 15 % sowie auf den Autobah- nen von 110 auf 100 km/h mit 7 % weniger Unfällen. Oe 
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Seite 10 Raumordnung November 1981 Bestandesaufnahme 1980 der Siedlungen in Liechtenstein Vor wenigen Wochen veröffentlichten die Landesbehörden auf 114 Seiten eine Bestan- desaufnähme über die Siedlungen in Liech- tenstein im Jahre 1980. Nach den allgemei- 
  nen landesplanerischen Ausführungen wird jede einzelne Gemeinde speziell vorgestellt. Luftbildvergleiche über die Siedlungsausdeh- nung in den Jahren 1963 und 1978 «führen die siedlungsplanerische Fehlentwicklung deutlich vor Augen», wie der Bericht wörtlich in der Zusammenfassung schliesst. Es ist dehn auch eine schockierende Schrift, diese Bestandesaufnahme 1980. Den zuständigen Stellen ist für diese unverblümte, ja scho- nungslose Darlegung der bisherigen Entwick- lung zu danken. Hier wird wirklich nichts be- schönigt. Es stellt sich zwar sofort die bange Frage: was jetzt, nach der Erkenntnis? Doch beschäftigen wir uns vorerst noch mit den wichtigsten dargelegten Fakten. 
grossem Optimismus, die Landesplanung in geordnete Bahnen zu lenken. Die Zwischen- bilanz deckt nun schonungslos die missglück- te Entwicklung auf: 13 Jahre und die Streu- bauweise kein bisschen eingedämmt. Statt die Bauzonen - Wie damals gewünscht - einzuschränken oder zumindest  zu halten, wurden diese um weitere 400 ha ausgedehnt, so dass das heute zonierte Wohnbauland 100 000 Einwohnern mit Leichtigkeit Platz bietet. Anstelle von über 2000 ha = 5,55 Mio Klafter Bauland, wären nach der vorliegen- den Quelle bei nicht verdichteter Überbauung nur• 550 ha nötig! Ein dem Bericht beigefügter Siedlungsplan im Massstab 1 : 25 000 zeigt auch optisch an, dass sich das Siedlungsband mit nur zwei Unterbrüchen (zwischen Balzers und Triesen sowie Schaan und Nendeln) geschlossen durch das ganze Rheintal zieht.. Zur Aufrecht- erhaltung einer minimalen Ernährungsbasis sind die Landwirtschaftsflächen recht klein geworden. Die Kühe weiden heute schon zwi- schen Wohnblöcken, und Mais finden wir in- mitten lockerer Siedlungen. Unter der gross- zügigen Annahme von 210 m2  Bauzonenflä- che je Einwohner reicht derzeit der Platz für mehr als das .vierfache der heutigen Bevölke- rung. Auch im Jahre 2000 hätten wir noch für weitere 60 000 Einwohner eine Baugebiets- reserve. Die Gemeinde Vaduz hat heute Lesen Sie bitte weiter auf Seite 11
        

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