Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
8
Erscheinungsjahr:
1981
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_8/3/
Wie verhalten wir uns richtig? Werden einige Merkmale befolgt, ist der Mensch vor unliebsamen Überraschun- gen ziemlich sicher: • 
Da wir wissen, dass uns Schlangen nichts tun, bleiben wir völlig ruhig und haben keine Angst, wenn wir eine Schlange entdecken. • 
Ist sie uns nicht im Wege, lassen wir sie in Ruhe und kommen ihr auch nicht näher als 2 Meter. • 
Stört uns die Anwesenheit der Schlange, stampfen wir einige Male kräftig auf den Boden. Die Erschütte- rungen machen sie, selbst wenn sie schläft, auf uns aufmerksam: als men- schenscheues Tier wird sie rasch ver- schwinden. 
• Der Wanderer macht sich zum Grundsatz, dass er dort, wo er sich hin- setzen möchte, einige kräftige Schritte tut, um Bodenerschütterungen zu erzeu- gen. So setzt er sich nie auf eine Schlan- ge. Heuhaufen, Trockenmauern, Stein- und Holzhaufen sind beliebte Schlan- genverstecke. • Beeren- und Pilzsammler sollten vor dem Griff in ein unübersichtliches Ge- büsch dieses erst mit einem Stock ab- klopfen, um allfällig sich sonnenden Schlangen Zeit zum Verschwinden zu geben. • Barfuss gehen soll im Alpenraum un- terlassen werden. Reptilien sind in ihrer Umgebung ausgezeichnet getarnt und kaum zu sehen. Ohne den festen Schritt der Schuhe könnte es passieren, dass uns eine Schlange nicht wahrnimmt. 
Liechtensteiner Umweltbericht Reptilien Seite 3 Nachforschungen ist uns kein Todesfall in der Region bekannt. In den 1940er Jahren soll im Raum Stachler-Guschg jemand gebissen wor- den sein. Der letzte Fall datiert vom 30. 7. 78, wo ein Tourist am Sareiskamm beim Über- klettern einer Legföhre in den Fingeransatz gebissen und ärztlich behandelt werden musste. Verhalten bei Schlangenbiss Nicht jeder Schlangenbiss stammt von einer giftigen Schlange, vor allem die einheimische Schlingnatter kann auch beissen. Selbst ein Giftschlangenbiss kann ohne Reaktionen ab- laufen und schwere Vergiftungen sind nur bei einer ungewöhnlichen Kombination ungünsti- ger Faktoren (Giftmenge, Biss-Stelle, Vor- schädigung des Patienten etc.) denkbar. Nach Meinung von Dr. med. Kurt Czech, ehem. Leiter der Vergiftungzentrale der 1. Med. Universitätsklinik in Wien, verfallen Laien - aber manchmal auch Ärzte — aus Unkenntnis meist in den Fehler grenzenloser Überthera- pie, die den Patienten mehr bedrohen kann, als die eventuell aufgenommene Giftmenge. Kreuzotter in Drohstellung 
Wussten Sie etwa, dass im Zeitraum 1920-1976 nur acht Personen in der Schweiz an Schlangenbissen starben, während 1960 al- lein 10 Menschen durch Insektenstiche den Tod fanden? Als Sofortmassnahme empfiehlt Dr. Czech (in Franz Luttenberger: Die Schlangen Öster- reichs, 1978) eine Ruhigstellung der gebisse- nen Extremität und Anlegen einer Staubinde oberhalb der Biss-Stelle (alle 20-30 Minuten ca. 2 Minuten lockern) und ohne Hast zum Arzt, für Liechtenstein am besten ins Spital Grabs (mit Serumslagerung) gehen. Alle wei- teren Lokalmassnahmen sollen unterbleiben, so z.B. das früher empfohlene Ausbrennen, Ausschneiden, Aussaugen, Alkohol und Kaf- fee geben usw. Schwere Vergiftungen durch einen Schlangenbiss liegen dann vor, wenn Schwellungen und Verfärbungen innerhalb einer Stunde nach dem Biss (z.B. in den Fin- ger) über den Ellbogen reichen; Schwäche gekoppelt mit Schweissausbrüchen, Übelkeit, Kreislaufstörungen gehen mit der Schwellung 
einher; trifft die Giftschlange ein grösseres Gefäss, 
so laufen die geschilderten Reaktio- nen entsprechend schneller ab. Vom Biss bis zur allfällig nötigen Serumgabe haben wir al- lerdings meist 2-3 Stunden Zeit. Panik wegen eines Schlangenbisses ist deshalb fehl am Platz.
        

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