Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1980
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_6/5/
Interview mit Gebhard Büchel, Präsident des Obst- und Gartenbau- vereins Vaduz, zum Thema «Familiengärten» Herr Büchel, Sie sind Präsident des Obst- und Gartenbauvereins Vaduz und auch Vorsitzender der Familien- gärtner in Vaduz. Wieviele Schre- bergärten gibt es derzeit landes- weit? Derzeit sind in Liechtenstein (Ober- land) 95 Familiengärten, die sich auf die Gemeinden Balzers, Triesen, Va- duz und Schaan verteilen. Das Aus- mass der einzelnen Parzellen beträgt zwischen 200 und 300 Quadratmeter. Den Anfang machte Vaduz im Jahre 1976, gefolgt von Triesen. 1978 folgte Balzers und ein Jahr darauf Schaan. Bei allen vier Gemeindepacht-Arealen, die ausserorts liegen, haben sich be- reits weitere Gartenaspiranten gemel- det, die bis zur Freiwerdung eines be- stehenden Gartens bzw. der Erschlies- sung weiterer Parzellen auf einer War- teliste geführt werden. Die Idee für Schrebergärten wurde in den grösseren Agglomerationen geboren. Worauf führen Sie den Aufschwung dieser Gärten in unse- rem eher noch ländlichen Raum zu- rück? Das Bedürfnis auch in ländlichen Ge- genden wie bei uns einen eigenen Pflanzboden zu nutzen, hat nach mei- ner Meinung seinen Grund darin, dass gerade die Generation zwischen 30 und 60 Jahren früher meistens selber in der Landwirtschaft tätig war und heute, wo überall die Fünftagewoche eingeführt wurde; eine nützliche Frei- 
zeitbeschäftigung suchte und in den neugegründeten Gartenbauvereinen fand. Diese wohl nützlichste und ge- sunde Freizeitbeschäftigung kostet je- den Hobby- und Kleingärtner viel Fleiss und Ausdauer, wofür er mit eige- nem Gemüse und Früchten belohnt wird. Ausserdem wird in den Gärtner- vereinen ein guter nachbarlicher Kon- takt gepflegt, ein gesunder Wettbe- werb gefördert und das Gartenniveau gehoben. Ein nettes, zweckentsprechend gebau- tes. Gartenhäuschen trägt ausserdem viel dazu bei, die Mussestunden in der Abgeschiedenheit vom grauen Alltag im Kreise der Angehörigen und Freun- de doppelt zu geniessen. Wird in diesen Gärten konventionell mit Kunstdüngern, Herbiziden etc. gearbeitet oder wird ein biologi- scher Landbau betrieben? In den relativ kleinen Gartenparzellen wird landesweit vornehmlich auf einen biologischen Gartenanbau Wert ge- legt, wobei gesagt werden kann, dass alle Vereinsvorstände diese Richtung empfehlen. Was die Vaduzer-Familien- gärtner betrifft, wird darauf geachtet, dass alle Mitglieder ohne Kunstdünger, Herbizide, Fungizide etc. arbeiten, wo- bei bisher gute Erfahrungen gemacht wurden. Auch in den 3 anderen Gar- tenanlagen wird, wie ich erfahren konnte, die biologische Richtung be- vorzugt, jedoch auch der konventionel- le Anbau mit Kunstdünger etc. durch- geführt. 
Liechtensteiner Umweltbericht 
Landwirtschaft Seite 5 Rasenmäher im Pflanzenschutzgebiet Malbun Mit beiliegendem Leserbrief liefere ich der LGU noch eine Ergänzung zum Lärm-Leser- brief in der letzten Ausgabe Ihres Umweltbe- richtes. Er passt zugleich auch zur Naturgar- ten-Idee, wie sie zur Zeit gefördert wird: Seit langem war, ich an einem der letzten Wochenenden wieder einmal im Malbun. Zu Fuss — ohne Aufstiegshilfe — ging ich auf den Hubel beim Bergtäle. Bei der Gipfelrast habe ich geschaut, was es so Neues im Malbun gibt. Ich habe die vielen Häuschen gesehen, die Strassen und die vielen Lawinenverbauungen befeldstechert. Die Leute waren fleissig da unten, vor ihren Häusern. Die Motoren heul- ten, dröhnten von links und rechts. Mit dem Glas sah ich es, was ich meinen Ohren nicht traute. Mit emsigem Fleiss wurde der Rasen gemäht, am Steilhang der Rasenmäher gar abgeseilt. Ordnung muss sein! Die Natur wur- de im alpinen Garten sauber geschuftet, bis sie keine mehr war. Alpenflockenblumen, Storchschnabel, Hahnenfuss und Arnika wer- den als Umgebungskulisse mit prächtiger Al- penflora nicht geduldet. Mit knatternden Ra- senmähern, mit elektrischen Rasenscheren; mit automatischen Düngerstreuern muss ein geschleckter Rasen selbst im Alpengarten Malbun her. Herrlich weit haben wir es ge- bracht, dass wir die bunte Wiese auf 1600 Meter Meereshöhe nicht mehr verkraften. Illustration von Hector Cattolica, Argentinien, zum Thema «Lärm». Der Blumenpflücker wird im Malbuntal be- straft, und der Rasenmäher, der die gleiche Pflanze umfährt? «Verschrottet die Rasenmä- her», hätte ich am liebsten ins Tal geschrien. Ich hole es jetzt in anderer Form mit diesem Leserbrief nach. NB. Der Ehrlichkeit halber muss ich es geste- hen. Ich habe auch noch zwei Männer mit der Sense mähen gesehen. Gehört habe ich sie allerdings nicht — im Ferienort Malbun. ee, Vaduz
        

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