Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
5
Erscheinungsjahr:
1980
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_5/14/
Seite 14 
Kurznotizen Juni 1980 Kurznotizen Moto-Cross überall? Das Ueberhandnehmen des Moto-Cross kann sich für die Natur sehr ungünstig auswirken, wenn dieser Sport am falschen Ort betrieben wird. Ebenso wehren sich breite Kreise gegen den lärmigen Sport im Nahbereich der Wohn- quartiere. Die Naturschutzkreise sind nicht grundsätz- lich gegen die Bereitstellung von geeignetem Gelände für diesen Sport. Sie wollen ihn aber auf Gebiete lokalisiert sehen, wo kein Scha- den angerichtet wird. Es darf auf keinen Fall die Unsitte einreissen, dass Gebiete mit natur- naher Landschaft, mit bedeutsamer Pflanzen- und Tierwelt zuschanden gefahren werden. Dies ist zur Zeit südlich der Lawenarüfe im Be- reiche «Silvaplana-Triesen» der Fall.  • , weil Tieren «Liebe» fehlt Nicht nur der Mensch, auch das Rind im Stall braucht viel Liebe: Weil diese aber in modern geführten und von der Technik beherrschten landwirtschaftlichen Betrieben häufig fehlt, werden Kühe und Stiere zunehmend rabiat. Daraus resultiert ein alarmierendes Ansteigen der Unfälle bei der Stallarbeit. In Österreich wird heute im Schnitt jeder zehnte Arbeitsun- fall in der Landwirtschaft durch ein wild um sich schlagendes oder stossendes Rindvieh verursacht. Verhaltensforscher und Experten des Unfallverhütungsdienstes der Sozialversi- cherungsanstalt der Bauern empfehlen daher jetzt den Landwirten: Auch im modernen Stallbetrieb nicht auf die täglichen «Streichel- einheiten» und auf die «freundliche Unter- haltung» mit den Kühen und Stieren zu ver- zichten. «Früher war man noch per Du mitein- ander, da war fast den ganzen Tag jemand im Stall beschäftigt und auch auf der Weide und auf der Alm waren sich die Tiere nicht selbst überlassen», blickt der Unfallverhütungs- dienst auf gute, alte Zeiten zurück, in denen es noch keine «Kommunikationsprobleme» gab. (Aus: Vorarlberger Nachrichten) Jährlich werden 1 Million Frösche in der Schweiz und Liechtenstein ver- speist! Mit dem Beitritt zum sogenannten Washingto- ner Abkommen über den internationalen Han- del mit gefährdeten Tieren und Pflanzen (vgl. Artikel auf Seite 4) erhalten wir aufschlussrei- che Unterlagen über den Import von Tieren. So zum Beispiel über Frösche, die in der Schweiz und Liechtenstein geschützt sind. Sie werden vorwiegend aus den Bakanländern zu kulinarischen Zwecken eingeführt. Das be- droht natürlich die betreffenden Arten in den Herkunftsländern und kommt einem Export von Raubbau aus der Schweiz und Liechten- stein in diese Länder gleich. 
So wurden beispielsweise 1976 69 167 kg Frö- sche in unseren Wirtschaftsraum importiert, übrigens vieles über den Bahnhof Buchs. 1978 wurden gar 79 670 kg, zur Hauptsache aus der Türkei und Griechenland, eingeführt. Bei einem Durchschnittsgewicht von 80 g pro Tier waren es somit über eine Million Frösche, die 1978 zu Speisezwecken in die Schweiz und auch nach Liechtenstein kamen. Hierzu gesellen sich 346 066 kg Weinberg- schnecken aus Ungarn, Polen und Rumänien, tausende Kilos für Schildkrötensuppe . . Luftverschmutzung im Siedlungsge- biet' Es war einmal ein kleiner Gewerbebetrieb in der einst bäuerlichen Siedlungsform. Dort wurde gehobelt, geschreinert. Das Land wan- delte sich vom Agrar- zum Industriestaat. Die wenigen verbliebenen Bauern wurden ausge- siedelt, vom Staat hierfür gefördert. Der einst Stop dem Obstbaumschwund Es gab einmal Dörfer, die waren in Baumgär- ten eingebettet. In solchen bäuerlich gepräg- ten Landschaften lag vermutlich ein Gefühl der Geborgenheit und des Verwachsenseins. Diese Kulturlandschaft hatte noch weitgehend einen Aspekt, die dem Menschen ein Heimat- gefühl gab. In den vergangenen 20 Jahren wurde durch eine hektische wirtschaftlich- technische Entwicklung vieles verändert, u. a. die Landschaft ausgeräumt, zur Zivilisations- landschaft gemacht. Von 1951 bis 1971 hat sich im Zuge dieser Ent- wicklung der Obstbaumbestand in den liech- tensteinischen Gemeinden halbiert. In den letzten Jahren wurde diese Entwicklung ver- schärft fortgesetzt. Man mag diesen Schwund bedauern, lässt er sich aber aufhalten? Es ist nicht zu übersehen, dass der Obstbau, falls er weitergeführt wird, vom Hochstamm zur sche- matisch angelegten niederstämmigen Zweck- plantage umgestellt wird. Die Niederstamm- Kulturen werden zwar rationeller zu bewirt- schaften sein, können aber in landschaftsäs- 
kleine Gewerbebetrieb ist gewachsen, Ratio- nalisierung und Bauboom erlaubten eine we- sentliche Vergrösserung. Der heutige «Gewer- bebetrieb» ist von Wohnhäusern umgeben oder wurde von der Wohnzone ereilt. Russ und Rauch, durch das Verbrennen von Abfallholz, vielleicht auch von Harzen, werden von der nahen Hausfrau — und nicht nur von ihr — als belästigend empfunden. Eigentlich gehört der Betrieb heute in eine Industrie- und Gewerbe- zone, gehört vom Wohnumfeld wegen lästiger Luft- und Lärm-Immissionen getrennt. Aber man hat vielleicht schon allzuviel an Ort inve- stiert, oder aber vielleicht war die Zonenpla- nung bei jüngeren Betrieben nicht richtig ge- handhabt. Im technischen Umweltschutz, der sich mit Luft, Lärm und Wasser befasst, sind die- se Kollisionen zwischen ausgewachsenem Ge- werbebetrieb und dem Wohnumfeld Anlass zu den häufigen Klagen. Ist denn das Problem in Triesen, in Schaan und Bendem oder anderswo nicht lösbar? Man spricht viel von Filteranla- gen. Die kosten zwar viel Geld und sollen trotz- dem nicht immer funktionieren. Müsste aber nicht im Interesse aller an der Lösung dieser Frage intensiv weitergearbeitet werden, dies im Interesse einer Lebensqualität, die einem an- sonsten vergällt werden könnte? thetischer, ökologischer und lokalklimati- scher Hinsicht niemals auch nur annähernd Ersatz für den verlorengegangenen Bestand an Hochstämmen sein. Schauen wir, wie es bei den Nachbarn aus- sieht, so fällt auf, dass dort das Verhältnis zum Obstbaum ein anderes ist. Im Vorarlberger Rheintal werden Most und Schnaps noch lie- bevoll gehegt. Der Obst- und Gartenbauver- ein in den Gemeinden besitzt noch den eige- nen mobilen Brennwagen und leiht ihn an sei- ne Mitglieder aus. Natürlich hat so jeder den «besten Most», den «besten Obstler». Dies bietet Gelegenheit zum Vergleich und zu manch nachbarlichem Schwatz. Viele Vorarl- berger Gemeinden fördern zudem bewusst das Anpflanzen von Hochstämmen. Einen anderen Weg ist man im neu entstande- nen Kanton Jura gegangen. Dort wurde in vie- len Ortsplanungen eine eigentliche Obst- baumzone rund um die Dörfer ausgeschieden, wo hochstämmige Obstbäume zu erhalten und zu pflegen sind. Wird ein solches Gebiet bau- lich eingezont, so bleibt diese Auflage bei Er- satzpflicht auch im Baugebiet bestehen, so- weit neben dem Hausbau noch Raum übrig verbleibt. Diese Regelung ist inzwischen schon in zehn Juragemeinden entschädi- gungslos und ohne Einsprache realisiert. Ha- ben die Jurassier ein besonderes Flair für Obstbäume, das uns vielleicht abgeht?
        

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