Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1979
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_4/3/
Liechtensteiner Umweltbericht 
Energie Seite 3 Steigerung der Pflegenutzungen Bei der Waldpflege fällt vor allem bei den ersten Pflegeeingriffen schwaches Durchforstungsholz an, das heute im Walde liegen bleibt, 
jährlich ca. 1200 Kubikmeter. Brennholz Der mittlere Brennholzanteil der ver- gangenen Jahre beziffert sich auf 16 Prozent der Gesamtnutzung. Das ergibt jährlich ca. 2200 Kubikmeter. Abfälle aus der Holzverarbeitung Der Verschnitt kann mit ca. 30 Prozent eingesetzt werden. Unter der Annahme, dass das liechtensteinische Holz auch in Liechtenstein verarbeitet wird, fallen inkl. Schwarten 
jährlich rund 2600 Ku- bikmeter an. 
  Uebriges Brennholz Ausserhalb des Waldes, in Feldgehöl- zen, Obstgärten, Abbruch von Hoch- bauten können 
jährlich um 400 Kubik- meter anfallen. Wir kämen damit auf 
jährlich ca. 8000 Kubikmeter an Brenn- und Abfallholz. Würde man hierzu allenfalls auch das Industrieholz dazunehmen — dies ist ein Sortiment, auf das man bei der Absatzkrise des Brennholzes ausge- wichen ist und welches vor allem für Faserplatten Verwendung findet — 
so könnte die Holzmasse auf ca. 10 000 Ku- bikmeter jährlich gesteigert werden. Diese 
Holzmenge entspricht einem un- gefähren Heizwert von 1800 t Heizöl, was rund 6 Prozent des derzeitigen jährlichen Erdölbedarfs oder 5 Prozent des Gesamtenergiebedarfes in Liech- tenstein entspricht. Eine wichtige Frage stellt für den Ver- braucher naturgemäss die Preisrelation dar. Legt man einen Heizölpreis von 500 Franken je Tonne fest (derzeit eher bei 600 Franken), so wird die Preisparität für Holzfeuerungen mit einem Sterpreis von 82.50 Franken für Laub- und 60.50 Franken für Nadelholz erreicht. Derzeit betragen die Sterpreise (ein Ster = Holzbeige von einem Meter Höhe, einem Meter Breite und Länge) rund 40 Fran- ken für Buchenspälten, wobei für La- gerung, Zersägen und Transport ein Zu- schlag zu rechnen ist. Trotzdem kann festgestellt werden, dass bei einer guten Feuerungsanlage Brennholz günstiger als Heizöl zu stehen kommt. Holzfeuerung — einst und jetzt Die leichtere Bedienung und damit das Streben nach mehr Bequemlichkeit nebst einst tiefen Oelpreisen haben dazu geführt, dass der Anteil des heimi- schen Brennstoffes in den vergangenen 15 Jahren von rund 5 Prozent auf unter einem Prozent im Gesamtenergiever- brauch in Liechtenstein zurückgefallen ist. Soll jetzt wieder der alte Holz-Ofenherd propagiert werden? Keineswegs! Es darf 
nicht übersehen werden, dass die Weiterentwicklung in der Holzfeue- rungstechnik erstaunliche Fortschritte in Bezug auf Bedienungserleichterungen 
  sowie sauberem und billigerem Betrieb von Herden, Warmluft-Cheminés, Kachelofen und anderen Heizgeräten gemacht hat. Es würde zu weit führen, alle diese Errungenschaften einzeln auf- zuzählen. 
Die Beratungsstelle für Holz- feuerung, Rosenweg 14, Solothurn, Telefon 
065 / 23 10 11, steht für alle Be- ratungen, für Informationsmaterialien etc. jederzeit zur Verfügung. Warum keine Holzfeuerungs- Grossanlage in Liechtenstein? Die höchsten Wirkungsgrade, nämlich über 80 Prozent, werden heute mit Holz- schnitzel-Feuerungen in Grossanlagen erzielt. Bei diesem System wird das Holz zuerst in kleine Schnitzel zerhackt. Dazu eignen sich ausser Spälten- und Rugelholz auch alle anderen Sortimente wie Aeste und sonstige Holzabfälle. Die Hackschnitzelzufuhr erfolgt mittels Förderschnecken durch elektronische Steuerung, unter genauer Dosierung der benötigten Holzmenge, aus einem 3 bis 4 Wochen reichenden Schnitzelsilo. Durch die sehr gute Verbrennung wird der hohe Wirkungsgrad erreicht und zudem dem Wunsche nach Automation entsprochen. Solche Anlagen sind mehrfach zur vol- len Zufriedenheit im Einsatz. Demnächst wird eine Holzschnitzelfeuerung im nahen Hohenems (Vorarlberg) in Be- trieb genommen. Wir erleben derzeit in Liechtenstein einen Bauboom. Auch die öffentliche Hand baut oder wird in nächster Zeit noch vieles realisieren. Die Gemeinden sind zugleich zu 92 Pro- zent auch die Waldeigentümer. Müsste dies nicht eine Herausforderung sein, ihre eigenen Hilfsgüter zu nutzen? 
Schluss Im Interesse, die erneuerbaren einhei- mischen Energieträger nachhaltig zu nutzen und eine optimale Waldbewirt- schaftung betreiben zu können, ist auch das Brenn- und Abfallholz ein wert- voller Energieträger. Damit sich dessen Nutzung in Liechtenstein wieder durch- schlagen kann, muss nicht nur der Wert des Brennholzes neu «entdeckt» wer- den, es sind auch in der Gesetzgebung und in der Förderung einiges zugunsten der Kleintechnologie in der Energiever- sorgung gemäss den Anträgen der liecht. Energiekommission zu ändern.
        

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