Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1979
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_4/2/
Seite 2 
Energie November 1979 Einheimisches Brennholz wieder vermehrt Energieträger? von Mario F. Broggi und Georg Willi Was bedeutet schon Brennholz im Ver- gleich mit Nukleartechnik und Son- nenenergie? Die «gute alte Zeit» ist - 
doch vorbei! Die beiden Autoren - beides Forstingenieure — möchten mit diesem Artikel aufzeigen, dass der älte- ste Energieträger wieder im Kommen ist und auch für Liechtenstein wieder von Bedeutung werden kann. Energiereserven auf Zeit Wir werden laufend mit Schlagzeilen konfrontiert, die ein Ende des Ueber- flusses an Rohstoffen voraussagen. Auch die Oelvorräte sollen sich in wenigen Jahrzehnten erdünnern. Heute ist aber Erdöl in der Gesamt-Energie- bilanz noch mit rund drei Viertel des Verbrauches vertreten (vgl. Tabelle). Weg vom Erdöl ist darum seit wenigen Jahren die Devise. Zur Lösung des Problems werden weltweit — auch in Liechtenstein — Energiekommissionen ins Leben gerufen. Sie sollen Leitbilder für die künftige Energieversorgung aus- arbeiten. Diversifikation ist das Schlag- wort, d. h. Verteilung der Energieträger. Jedes Prozent weniger Erdöl ist dabei hochwillkommen. So wurden längst be- grabene Wasserkraftprojekte wieder aus der Schublade gezogen. Die Sonnen- wärme soll über die Erdwärme,- direkt aus der Luft oder über einen Wärme- entzug aus dem Grundwasser abgezapft werden. Daneben hört man relativ wenig von unserem ständig sich er- neuernden und jederzeit greifbaren Energieträger Holz, im übrigen als ge- speicherte Sonnenenergie so alt oder modern wie die Sonnenenergie. Brennholzanteil am Gesamtenergieverbrauch in Liechtenstein Holz-Biomasse und energiesparender Baustoff Das Gebot der Stunde heisst Energie sparen. Zum intensiveren Nachdenken über das Problem einer rationelleren Energienutzung zwingt einem die Ener- giebilanz. Aus der Gegenüberstellung von Einsatz (Bruttoenergie) und Erfolg (Gesamtverbrauch an Nutzenergie) ver- bleibt ein Gesamtwirkungsgrad, der weit unter 50 Prozent liegt. Das heisst, über die Hälfte der verfügbaren Brutto- energie geht demnach durch Um- wandlungs-, Veredelungs- und Ver- brauchsverluste verloren, mehr als die Hälfte der Energie verpufft, von den damit verbundenen Umweltbelastungen ganz zu schweigen. Wie aber Energie- und Stoffumsätze wirkungsvoller und 
zudem unter umweltfreundlicheren Be- dingungen bewältigt werden könnten, zeigt uns die Natur. Mit Hilfe der Sonnenenergie vermag die Pflanzenwelt jährlich 200 Milliarden Tonnen or- ganischen Materials zu produzieren, und zwar mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent. Als Grossanlagen dieser Na- turproduktion können in erster Linie die Wälder genannt werden, deren Leistung an den Jahrringen der Bäume messbar und in Form des Rohstoffes Holz für den Menschen nutzbar wird. Die Erzeugung der Biomasse Holz ist somit ein organi- scher Prozess, der sich ständig erneuert. Holz ist damit ein zukunftsträchtiger Rohstoff. Gerade bei den Prozessen der Stoffumwandlungen lässt sich ein we- 12 kg Aluminium 40 kg Kupfer 60 kg Stahl 80 kg Eisen 250 kg Plastic 400 kg Zement 500 kg Backstein, aber 1200 kg Schnittholz hergestellt werden können. Der Werk- stoff Holz weist energiewirtschaftlich also einen beachtenswerten Vorsprung gegenüber den konkurrenzierenden Ma- terialien auf. Im Holz liegt damit ein 
Wieviel brennbare Holzmasse erzeugt der Wald? Die regelmässig bewirtschafteten Wäl- der des Fürstentums Liechtenstein um- fassen 2271 ha Fläche. Sie sind durch die sog. Wald-Wirtschaftspläne in ihrer Zusammensetzung und ihrer Produkti- vität gut erfasst. Weitere Reserven beinhalten die Alpwaldungen. Aus den Wirtschaftswäldern, 
die mit einem Wegnetz gut erschlossen sind, wird der- zeit jährlich zwischen 1.2 bis 15 000 Ku- bikmeter Holz entnommen. Rund 70 Pro- zent hievon sind Nutzholzsortimente, finden also in der Bauwirtschaft Ver- wendung. Wir konzentrieren uns im Rahmen dieses Artikels auf die restli- chen 30 Prozent, die allenfalls für Brennholzzwecke Verwendung finden können. Hier fallen jährlich aufgeschlüsselt an: Rindenmenge Die Rindenmenge beträgt mindestens 10 Prozent des Stamminhaltes. Sie fällt als Abfall bei der Nutzholzgewinnung an. Es kann mit 
jährlich ca. 600 Kubikme- tern gerechnet werden. Astmaterial Nach Abzug von Ernteverlusten, entle- genen Nutzungen etc. kann mit ca. 7 Prozent Astmaterial der Totalnutzung gerechnet werden, das wären jährlich rund 1000 Kubikmeter.
        

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