Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_39/35/
Gerald Marxer Mauren, VU 36 Jahre, dipl. Bauing. ETH Die Ansprüche für eine Revitalisierung des Rheins sind sicher- lich legitim. In verschiedenen Projekten in unseren Nachbarländern sieht man deutlich die, über alles gesehen, positiven Auswirkungen eines natur- nahen Rückbaus. Wichtig ist aber sicherlich, dass der Hochwasserschutz gewährleistet bleibt, um Liechtenstein vor Naturkatastrophen zu bewahren, die in der vergangenen Zeit immer wieder unsere Nachbarn heimsuchten. Weiters ist die Interaktion des Rheins mit unserem Grundwasser, welches massgeblich zur Trinkwassersicherung herangezogen wird, äusserst wichtig. 
Rita Kieber-Beck Mauren, FBP 42 Jahre, Treuhänderin Die künstlich geschaffenen Verläufe der Gewässer im Rheintal haben in erster Linie die Funktion, Land und Menschen aber auch Fauna nd Flora vor Überflutung zu schüt- zen. Ist die Hochwassersicherheit aufgrund von Revitalisierungsmass- nahmen — vor allem auch bei Spitzen- werten des Rheinpegels — gewähr- leistet, sind solche Massnahmen im Alpenrhein zu fördern. In Liechtenstein wurde in Bezug auf Revitalisierung und Renaturierung gerade im Bereich des Binnenkanals schon viel umgesetzt. Es wäre in der Folge nur konsequent, diese Massnahmen auch im Rhein fortzusetzen. Solche Massnahmen müssen aber in weiträumigen Zusammenhänen gesehen werden. Die bestehenden Gewässernetze sind in  ihrer Gesamtheit zu betrachten. Geeignete Projekte müssen auf inter- nationaler Zusammenarbeit basieren, denn grosse Erfolge können nur im Konsens mit den Anrainerstaaten erzielt werden. 
Helmut Konrad Schaan, FBP 46 Jahre, Gymnasiallehrer Die Rheinkorrektion und die Entwässerung des Talraums waren grosse regionale Werke unserer Vor- fahren. Vor kurzer Zeit ging es um das Projekt der Rheinkraftwerke. Ich bin froh, dass diese auf Grund der Umweltverträglichkeitsprüfungen und der Sorge um das Grundwasser nicht realisiert wurden. Dafür gibt es seit einigen Jahren Konzepte zur Revita- liserung des Rheins. Über das gelun- gene Projekt nördlich von Ruggell bei der Einmündung des Kanals in den Rhein freue ich mich. Ich unterstütze weitere Massnahmen zur Landschafts- entwicklung in den Rheinauen, die zur Verbesserung der Lebensverhältnisse für Pflanzen und Tiere und zur Erhal- tung der Erholungsfunktion der Rhein- landschaft für uns Menschen führen. Wir müssen Sorge tragen zur Lebens- ader unseres Tals. Rudolf Lampert Mauren, FBP 44 Jahre, kaufmännischer Angestellter Ich begrüsse die Revitalisierung des Rheins, wie ich auch andere Renatu- rierungsversuche wie z.B. den Egelsee in Mauren unterstütze. Ein positives Beispiel dafür kann in Ruggell, bei der Kanaleinmündung in den Rhein besichtigt werden. Allerdings bin ich auch dafür, dass für Landwirtschafts- flächen, welche in höherwertige Naturflächen aufgewertet werden, keine Ersatzflächen zulasten von anderen Zonen umgewidmet werden müssen. Dies vor allem deshalb, um die Akzeptanz für solche Projekte in der Bevölkerung zu fördern. 
Dorothee Laternser, Triesen, VU, 49 Jahre, Ärztin und Hausfrau Grundsätzlich begrüsse ich die Revitalisierung von Gewässern. Ein diesbezügliches Projekt für den Rhein würde voraussichtlich die Fliess- geschwindigkeit und den Wasserstand verändern mit entsprechenden Aus- wirkungen auf Zuflüsse und Grund- wasserspiegel. Unter der Vorausset- zung, dass weder die Gefahr eines kritischen Absinkens anderer Wasser- spiegel noch das Risiko von Über- schwemmungen besteht, würde ich mich für eine Revitalisierung eines Rheinabschnittes einsetzen. Allerdings müsste ein solches Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem angrenzen- den Ausland, also Schweiz und Österreich, erfolgen.
        

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