Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_39/17/
Peter Kranz Nendeln, VU 43 Jahre, selbständiger Unternehmensberater Ich habe während meiner langjährigen Aufenthaltszeit im Ausland in Oxford und in Zürich die Auswirkungen von verkehrsreichen Umfahrungsstrassen selbst schmerzreich miterlebt. Unter- suchungen haben gezeigt, dass reine Umfahrungsstrassen mehr Verkehr anziehen. So eine Lösung kann ich deshalb nicht für gut heissen. Wenn Strassen aber gebaut werden, dann als Ersatzstrassen. Sie entlasten Gemeinden und Dorfzentren, bieten aber keine zusätzlichen Kapazitäten an. Die Umweltbilanz wird von Fachleuten als neutral bewertet. 
Robert Kind Ruggell, Freie Liste 23 Jahre, Student Ich glaube nicht, dass neue Strassen das Verkehrsproblem lösen können. Schon gar nicht wird die Situation sich verbessern, wenn die Schweizer und Österreicher Auto- bahnen via Liechtenstein verbunden werden. Schuld an dem Verkehrspro- blem sind schliesslich nicht die schma- len Strassen mit den vielen Ampeln, sondern vielmehr die vielen Auto- und Lastwagenfahrer. Neue Strassen wären da reine Symptombekämpfung. Langfristig muss die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden. Erst wenn ein Problembewusstsein besteht, kann über die Lösung geredet werden. Beim Thema Verkehr ist dieses Problembewusstsein meiner Meinung nach noch längst nicht in der Bevölkerung verankert. Kurzfristig schlage ich folgende Massnahmen vor:  Massive Verbesserung des ÖV- Angebots (Fahrplan) — Car-Sharing (wie Mobility) als Angebot der Wohngemeinden — Fussgänger (speziell Schüler) und Radfahrer sollen mit geeigneten baulichen Massnahmen geschützt werden — Autofahrer sollen auf ihre Mitver- antwortung hin sensibilisiert werden — Konsequente Parkplatzbewirt- schaftung 
 Elmar 
Kindle Triesen, FBP 32 Jahre, Dipl. Ing. FH Die Verkehrsproblematik muss durch eine regionale Kooperation gelöst werden, dabei hat aber jeder Partner seine Hausaufgaben zu machen. So darf etwa eine Umfah- rungsstrasse für das Liechtensteiner Unterland nicht nur isoliert für das Liechtensteiner Unterland betrachtet werden. Eine Umfahrung im Unterland bringt nur bedingt eine Entlastung für die anliegenden Gemeinden, die direkt an der stark frequentierten Haupt- strasse liegen. Diese Umfahrung allein löst aber das Verkehrsproblem nicht. Eine Verkehrslösung durch das Liechtensteiner Unterland macht nur Sinn, wenn beispielsweise Vorarlberg zugleich die Autobahnverbindung zur Schweiz realisiert. Liechtenstein sollte hier die Position des passiven Reagierens verlassen und zum aktiven Agieren wechseln: Wir bieten Vorarl- berg eine Lösung des Verkehrsstroms von Feldkirch durchs Unterland nach Haag an, dafür aber muss Vorarlberg parallel dazu bei Feldkirch die Autobahnverbindung bauen. 
Ivo Klein Mauren, VU, 39 Jahre Betriebsökonom HWV und dipl. Wirtschaftsprüfer Liechtenstein darf keine Massnahmen setzen, um für den (Transit-) Verkehr an Attraktivität zu gewinnen. Umfah- rungsstrassen bergen grundsätzlich die Gefahr, zusätzlichen Verkehr an- zuziehen. Auf der anderen Seite sind auch die Anliegen der vom Verkehr geplagten Bewohnerinnen und Bewohner zu berücksichtigen. Ob sich eine Umfahrungsstrasse im Einzelfall rechtfertigen lässt, kann nur unter Abwägung aller Aspekte beurteilt werden. Falls der Bau einer Umfah- rungsstrasse auch unter Umwelt- gesichtspunkten und unter Einbindung in ein Gesamtverkehrskonzept ver- treten werden kann, wäre gleichzeitig sicherzustellen, dass die entlasteten Strassen rückgebaut werden. Rudolf Lampert Mauren, FBP 44 Jahre, kaufmännischer Angestellter Eine Umfahrungsstrasse im Unterland als Verbindungsstrasse zwischen zwei Autobahnen stellt eine Transitspange dar und bringt nur Mehrverkehr. Der hausgemachte Verkehr muss mit flankierenden Massnahmen wie Park- platzbewirtschaftung, Fahrgemein- schaften usw. in den Griff bekommen werden. Die Grenzgänger, welche zur Arbeit ins FL kommen und eine Umfahrungsstrasse Unterland zur Autobahn in die Schweiz benützen, müssen ja irgendwie wieder durch eine Gemeinde zu ihrem Arbeitsplatz gelangen. Sinnloser geht's kaum!
        

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