Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_39/14/
Markus Büchel Ruggell, FBP, 47 Jahre Leiter Personalwesen Weil wir niemandem verbieten können, ein neues Auto anzuschaffen und auch aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung davon ausgehen müssen, dass der (hausge- machte) Quell- und Zielverkehr weiter zunimmt, werden wir diesem Umstand auch im Strassenbau Rechnung tragen müssen. Heutzutage kann man pro- blemlos Strassenprojekte realisieren, die sich den Forderungen des Umwelt- schutzes und der Einhaltung der Lebensqualität anpassen bzw. unter- ordnen. Wir müssen allerdings bereit sein, die daraus erwachsenden Mehr- kosten zu tragen. Ob eine Umfah- rungsstrasse im Unterland die richtige Lösung darstellt, hängt u. a. von der Linienführung und von der Qualität ihres Ausbaues ab. Sie kann unter Berücksichtigung der vorerwähnten Bedingungen durchaus ein Beitrag zur Lärmbekämpfung und zur Hebung der Lebensqualität sein. Mario Frick Balzers, VU 35 Jahre, Dr. iur. HSG Eine blosse Umfahrungs- strasse kann die Probleme im Liechtensteiner Unterland langfristig nicht lösen. Eine blosse Umfahrungs- strasse würde zusätzlichen Verkehr anziehen. Die Regierung hat an der LIHGA 2000 verschiedenste Modelle vorgestellt, die zu Lösungen führen können. Wenn Strassen gebaut werden, so als Ersatzstrassen, die den Verkehr an den Gemeinden und Dorfzentren vorbeiführen, aber nicht zusätzliche Kapazitäten anbieten. 
Roland Büchel Schaan, VU, 47 Jahre Geschäftsführer von Liechtenstein Tourismus Meines Wissens handelt es sich bei den zur Diskussion stehenden Über- legungen nicht um eine Umfahrungs- strasse, sondern um eine Ersatzstrasse. Im Gegenzug zur Realisierung der Ersatzstrasse würden bestehende Strassen in den Gemeinden zurück- gebaut werden. Ich halte dieses Vor- gehen dann für realisierbar, wenn der Rückbau von bestehenden Strassen rechtlich festgelegt ist, keine zusätz- lichen Fahrzeugkapazitäten geschaffen werden, keine Autobahnspange ent- steht, Ortschaften wie z. B. Bendern nicht zusätzlich belastet werden und wenn die Ausgestaltung tunnelähnlich angelegt wird. Zweifellos würde damit für die vielen direkt vom Verkehr betroffenen Anlieger, die nicht ver- gessen werden dürfen, relativ kurzfris- tig eine Entlastung entstehen. Was wir aber gleichzeitig benötigen, ist eine langfristige Planung bzw. eine Lösung, welche unter Einbezug des öffent- lichen Verkehrs, die Mobilitätsbedürf- nisse der Zukunft berücksichtigt. Ruth Büchel Vaduz, FBP, 45 Jahre selbständige Geschäftsfrau Der Individualverkehr ist in der gegebenen, ländlichen Struktur nicht vermeidbar. Es muss deshalb ein viel attraktiveres und flexibleres Konzept für den öffentlichen Verkehr erarbeitet werden. Eine mittelfristige Verkehrsplanung muss mit Einbezug der raumplanerischen Vorgaben entstehen und Zukunftsperspektiven einbeziehen. Eine Transitstrecke wäre für den Raum Liechtenstein eine viel zu grosse Belastung. Eine Verkehrs- zunahme ist bestimmt nicht zu vertu den, deshalb muss hier eine region Lösung angestrebt werden. Mut zu unkonventionellen Lösungen ist gefragt. 
Regina Frick Vaduz, Freie Liste 41 Jahre, Medizinische Praxisassistentin Monika Kunz-Frick Vaduz, Freie Liste, 28 Jahre Krankenschwester Wir sind uns sicher, dass Umfahrung strassen das Verkehrsproblem nicht lösen. Durch Umfahrungsstrassen wi der Verkehr nur verlagert. Zusätzlich wird dadurch neuer Verkehr ange- zogen. Da der Grossteil des Verkehrs hausgemacht ist, muss er auch von den Betroffenen gelöst werden. Stichwort: Selbstbeschränkung des Individualverkehrs. Nicht eine, sondern   ein ganzes Bündel von Massnahmen sind notwendig. Dazu zählen die Parkplatzbewirtschaftung zusammen mit Firmenbussen, Vorfahrt für den öffentlichen Verkehr, bis hin zur Schliessung oder Verlangsamung vor Durchgangsstrassen (Schleichwege). Konzepte gibt es genug, nur fehlt der Mut zur Umsetzung. Ein strassen unabhängiges Nahverkehrsmittel sollte nicht nur phantasiert, sondern angegangen werden.
        

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