Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
38
Erscheinungsjahr:
1998
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_38/9/
wirtschaftlichen Entwicklung ist nicht mehr kostbar im Sinne des früheren nachhaltigen Begriffes. Die bisher freie Landschaft wurde umgelegt, erschlossen und mit Bauten besiedelt. Innerhalb einer einzigen Generation wurde vier mal mehr Siedlungsland beansprucht, als in der gesamten jahrhundertelangen Entwicklung des Landes. Boden wird heute nicht mehr haushälterisch genutzt, dafür gehortet. Boden ist kaum verfüg- bar, obwohl genügend Bauland zoniert worden ist. Der Überfluss der Gemeindekassen und der im Grundsatz berechtigte Wunsch nach einem eigenen Haus oder einer Wohnung führte und führt bislang stets noch zu einer weiteren Zonie- rung und Beanspruchung bisher nicht baulich genutzter Gebiete, obwohl innerhalb des er- schlossenen und teilbesiedelten Gebietes mit gleichbleibendem Bevölkerungswachstum für Jahrzehnte genügend Bauland vorhanden ist. Boden ist unvermehrbar. Notwendig ist heute ein neuer Ansatz in der Raumplanung, aber auch im gesellschaftlichen Bewusstsein. Liechtenstein kann seine Land- fläche nicht vergrössern. Zumindest ist der 
heutige Bauzonenrand in einer langfristig gültigen Sicht einzufrieren. Die künftige Ent- wicklung muss sich nach innen ausrichten, muss sich innerhalb des heute bereits übergross zonierten Baugebietes abspielen. Wir und die nächsten Generationen brauchen den räum- lichen und landschaftlichen Freiraum als Raum der Landwirtschaft und Ernährung, zum Schutz des Grundwassers, als ökologischen Ausgleich, als physischen wie psychischen Erholungsraum. Die (noch) freie Landschaft ist Teil unserer Kulturlandschaft, die nicht ohne Not weiter reduziert oder zerstört werden darf. Die künftige Weiterentwicklung unseres Landes braucht dringend eine neue raumplane- rische Grundlage. Unsere Gegenwart und Zu- kunft verlangen eine verantwortungsbewusste räumliche Ordnung. Die Raumplanung muss die Erhaltung und Koordination der unter- schiedlichen Werte und Ansprüche an den Raum garantieren und nächsten Generationen einen grösstmöglichen Spielraum überlassen. Walter Walch, Leiter der Stabsstelle Landesplanung Im Schnitt leben heute in Liechtenstein rund 48 Personen auf einem Hektar Land. Die dichtbesiedelste Gemeinde ist Balzers mit rund 58 Personen pro ha—die geringste Einwohnerdichte weist Planken mit rund 33 Einwohnerinnen pro ha auf. Alle 11 Gemeinden können mit den bereits zonierten Baugebieten rund dopppelt so viele Einwohnerinnen aufnehmen wie heute. In Triesenberg, Planken, Schellenberg und Triesen sind es sogar rund dreimal so viele. 1 Daten der Stabsstelle Landesplanung 2 Wohn- und Mischzonen, ohne Reservezonen 3 inkl. Steg und Malbun
        

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