Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
1997
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_37/9/
GVO Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind gentechnisch veränderte Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, deren genetisches Material in vitro so verändert worden ist, wie es unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht möglich ist. Gen Die chemische Grundlage der Erbinfor- mation ist die Desoxyribonukleinsäure, kurz DNS oder im englischen Sprachraum DNA. Die Struktur ist so aufgebaut, dass das Bild eine Art "Leiter" entsteht. Ein Gen ist dann ein bestimmter Abschnitt dieser Leiterstruktur. Gentechnik Anwendung biologischer, molekularbio- logischer, chemischer und physikalischer Methoden zur Analyse und Neukombi- nation von Nukleinsäuren. Zuerst werden Informationen einzelner Gene verschie- dener Organismen entschlüsselt, die DNS aus einer Zelle isoliert, einzelne Gene her- ausgetrennt und in Zellen eines anderen Organismusses "eingepflanzt". Neu an der Gentechnik ist, dass ein Gen eines Lebewesens in die Erbsubstanz einer anderen Art "eingepflanzt" werden kann. PCR-Methode PCR bedeutet Polymerase-Ketten- reaktion. Es ist ein Verfahren, um sehr kleine Spuren von DNS zu vervielfältigen. Die Vervielfältigung löst das Problem, dass genetisches Material oft nur in äusserst geringen Mengen vorliegt und sich so einem direkten Nachweis oder einer Analyse entzieht. 
Die "Grüne Revolution" und die "Gentech- Revolution" In den achtziger Jahren wollten die Industrie- nationen der Nordhalbkugel bereits schon ein- mal die Hungernden der Welt ernähren. Damals sollte mit der "Grünen Revolution", die hauptsächlich auf einem Pflanzenzüchtungs- programm beruhte, Erfolge erzielt werden. Resultate dieser "grünen Revolution" waren beispielsweise Bodenerosion infolge häufigen Gebrauchs von Chemikalien oder das Verdrän- gen der traditionellen Sorten und Sortenverlust wegen Monokulturen und dadurch Verlust von genetischen Ressourcen. Die Grüne Revo- lution "verwestlichte" die Landwirtschaft der Dritten Welt, ohne die generellen negativen Seiten unserer Landwirtschaft zu brücksichti  gen und auch ohne Rücksicht auf lokale Verhältnisse — ganz zu schweigen von den Aus- wirkungen der "Grünen Revolution" im sozialen Bereich. Heute ist die Problematik der "Grünen Revolution" erkannt. Doch aller Erkenntnis zum Trotz wollen wir mit der Gentechnologie wiederum das vielschichtige, komplexe Problem "Hunger" mit einer rein technischen Lösung bewältigen. Diese Haltung bringt leider eine beeindruckende Mischung von Scheuklappen- mentalität, Arroganz, Macht- und Geldgier zum Ausdruck.
        

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