Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
1997
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_37/16/
bedingte Risiko, nicht aber das von der gentech- nischen Forschung (samt Freilandversuchen) ausgehende Risiko. Pflanzen vermehren sich und ihre Pollen und Samen werden durch Wind, Insekten oder Vögel verbreitet. Erweist sich eine transgene Pflanze im Freilandversuch als schädlich, ist es vielleicht schon zu spät. Eine potentielle Gefahr ist somit vorhanden. Ich glaube, dass die Aussetzung von Gentech-Pflanzen eine Gefahr für die Natur und die Menschen darstellt. Wir kreieren neue Organismen, die es bis jetzt noch gar nicht gegeben hat. Die Gefahr für die Natur ist ein wichtiger Aspekt. Die Gentech-Planzen, die ausgesetzt werden, kreuzen sich in der freien Natur voraussichtlich auch wieder. Erweist sich eine transgene Pflanze als schädlich, ist es viel- leicht schon zu spät. Dürfen in Liechtenstein nach der Verabschiedung des Gesetzes über den Umgang mit genetisch veränderten oder pathogenen Organismen gentech- nisch veränderte Pflanzen ausgesät werden? (z.B. Mais, Raps, Soja, Weizen) Das sich in der Vernehmlassungsvorlage befind- liche Gesetz lässt dies voraussichtlich zu. Wie kann man die Gentechnologie mit den Ten- denzen der Ökologisierung in der Landwirtschaft vereinbaren? Die Gentechnologie versucht sich unter ande- rem dadurch zu rechtfertigen, dass sie auch einen wichtigen Beitrag zur Ökologisierung der Landwirtschaft leisten kann. Von seiten der Vertreter des biologischen Landbaus ist jedoch ganz klar eine ablehnende Haltung festzustellen. Meiner Meinung nach kann man die Gentech- nologie mit den Tendenzen der Ökologisierung überhaupt nicht vereinbaren. 
Kann man beim Kauf von biologischen Nah- rungsmitteln sicher sein, dass keine Gentechnik eingesetzt wurde? Ja. Zumindest bei Bioprodukten, die mit der Ähre und dem geschützten Produktenamen "Bio-Ländle Produkt" (FL-Bioprodukte) oder der Knospe (CH-Bioprodukte und von der VSBLO zertifizierte Bioprodukte) gekennzeich- net werden. In den Biobetrieben ist es strikt verboten, gentechnisch verändertes Futter oder andere Hilfsmittel, die durch gentechnische Ein- griffe entstanden sind, einzusetzen. Durch die in die Pflanzen eingeschleuste Herbizidresistenz können bedenkenlos Herbizide in die Monokulturen versprüht werden. Wird sich die Landwirtschaft nicht in Zukunft mit der Gentechnologie sehr zuungunsten der Umwelt entwickeln? Oder kann Ihrer Meinung nach die Gentechnologie den Chemieeinsatz reduzieren? Wenn die Gentechnologie in der Zukunft vor allem dazu verwendet wird, insektenresistente Pflanzen zu entwickeln, ist eine Reduzierung des Chemieeinsatzes durchaus vorstellbar. Doch die grossen Saatgutfirmen sehen darin keinen wirtschaftlichen Nutzen. Sie werden ja nicht Milliarden in die Forschung stecken, um schluss- endlich weniger Pestizide verkaufen zu können. Sie werden die Gentechnologie einsetzen, um herbizidresistente Pflanzen zu entwickeln, damit sie das Saatgut und das dazugehörende Herbizid zusammen verkaufen können. Das Breitband- herbizid vernichtet dann alles, was wächst, bis auf die speziell dazu entwickelte Pflanze. Damit wird ein 100% unkrautfreier Bestand erreicht. Ob mit diesem Breitbandherbizid der Chemie- einsatz reduziert werden kann, ist sehr fraglich. Der Einsatz von Herbiziden ist tatsächlich nicht unproblematisch, da die Pflanzen z.B. eine Herbizidresistenz entwickeln können. Auf der anderen Seite kann der Aufwand von chemisch- synthetischen Hilfsstoffen beim Anbau von trans- genen Pflanzen tatsächlich reduziert werden.
        

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