Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
1997
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_37/14/
dass neue Allergien auf die Menschen zukommen werden. Gentechnische Eingriffe können dazu führen, dass Bakterien in die Nahrungsmittelkette gelangen, die wir zuvor noch nie gegessen haben. Andere Probleme, die im Zusammenhang mit der Gentechnologie stehen, sind bis heute noch nicht genügend abgeschätzt worden. Zum Beispiel kann man die Wechselwirkung zwischen einer herbizidresistenten Pflanze und dem Herbizid langfristig nicht einschätzen. " Das eigene Ess- und Konsumverhalten von Lebensmitteln ist ausschlaggebend,   ob und wie ein Produkt auf dem Markt überlebt." Das Beispiel Mais: Beim virusresistenten Mais wird als Markergen ein antibiotikaresistentes Gen eingesetzt. Die Pflanzen werden zur Überprüfung, ob die genetische Veränderung erfolgreich war, mit Antibiotika besprüht. Es ist ungewiss, ob sich allenfalls solche Antibiotikaresistenzen auf den menschlichen Darm übertragen könnten. Schweizer Käse Schweizer Käsehersteller verwenden ausschliesslich   Naturlab, d.h. kein gentechnisch verändertes Lab, wie es heute in anderen europäischen Ländern bereits üblich ist. Dieser Entscheid gilt für den Zusammenschluss der Schweizerischen Gesellschaft der Weich- und Hartkäsefabrikanten. Sie können etwas tun! Werden sanfte Technologien oder umweltfreund- liche Produkte abgelehnt, so heisst es üblicherweise von seiten Industrie und Handel: der Markt befiehlt. Nur bei der Gentechnologie scheint dies nicht zu gel- ten — oder etwa doch? Es sind nicht die Abnehmer und Konsumentinnen, die gentechnisch manipulierte Lebensmittel fordern. Doch dies müssen die Produzenten auch wissen. Eine Möglichkeit ist der Boykott solcher Produkte — zum Beispiel 
von Nestle und Novartis-Produkten. Um der Konzernleitung auch klarzumachen, dass sich jemand für den Boykott entschieden hat, kann ein Brief an die 
Konzernleitung die Wirkung verstärken. Dr. Alex Krauer, Novartis AG, Postfach, 4002 Basel Helmuth Maucher, Nestle, 1800 Vevey Monsanto (Suisse) AG, Holbeinstr. 34, 8008 Zürich 
Der schädlingsresistente Mais produziert ein Gifteiweiss, das den Maiszünsler absterben lässt. Es wurde darauf geachtet, dass dieses Gift- eiweiss nicht im Maiskolben vorkommt, sondern an anderen Stellen, die zum Teil aber als Tier- futter verarbeitet werden. So können die Eiweiss- toxine in die Nahrungsmittelkette gelangen. Man muss auch daran denken, dass die giftigen Eiweisse in den Boden gelangen und dort zu unkontrollierbaren Folgen führen könnten. Das Eiweisstoxin ist von Anfang bis Ende in der Pflanze vorhanden und einem ununterbroche- nem Besprühen mit Gift vergleichbar. Die 
Bevölkerung muss die Möglichkeit haben zu wählen und das bedingt eine Deklaration. Allein schon die Gentech-Soja kommt in 30'000 Lebensmitteln vor. Das sind 60% aller verarbei- teten Lebensmittel. Information ist also für eine freie Entscheidung durch den Konsumenten grundlegend. Gentechnisch veränderte Lebens- mittel müssen bis jetzt in der Schweiz und auch in Liechtenstein mit dem Kürzel GVO gekenn- zeichnet sein — aber es gibt Ausnahmen. Lebens- mittel, die zum Beispiel mit gentechnisch veränderten Enzymen produziert wurden, müs- sen nicht deklariert werden. Sojaöl aus Gentech- Soja muss ebenfalls nicht deklariert werden, weil der gentechnisch veränderte Organismus im Lebensmittel nicht mehr nachweisbar ist und ebensowenig müssen beispielsweise Produkte mit Maiszucker deklariert werden. Das eigene Ess- und Konsumverhalten von Lebensmitteln ist ausschlaggebend, ob und wie ein Produkt auf dem Markt überlebt. Momentan kann durch den Konsum unverarbeiteter Lebens- mittel und solchen aus biologischem Landbau der Gentechnologie noch einigermassen ausge- wichen werden. Dabei muss man aber bedenken, dass Butter, Milch und Käse auch schon verar- beitete Lebensmittel sind. Beim Kauf von Fleisch und tierischen Produkten muss man davon aus- gehen, dass diese Tiere mit Gentech-Soja gefüttert wurden, und seit dem Rinderwahnsinn dürfen wir nicht mehr annehmen, dass uns das Futter der Tiere nicht betrifft. Biologisch pro- duzierte Lebensmittel sind heute garantiert gen- techfrei, auch bezüglich Tierfutter und Zucht.
        

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