Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
36
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_36/10/
Worum geht es? Der vor kurzem erschienene offizielle wissenschaftliche Bericht der Vereinten Nationen bestätigt, dass die klimati- schen Veränderungen, die wir heute beobachten, durch menschliche Einwirkungen mitverursacht werden. Das für den Bericht zuständige internationale Expertengremium (Intergovernmental Panel an Climate Change — IPCC) ist unabhängig und repräsentativ. Wissenschaftler aus aller Welt wirken darin mit. Die Veränderungen des Klimas werden verursacht durch den vermehrten Ausstoss von Treibhausgasen. Die erhöhte Konzentration der Gase in der Luft führt zu einer allmählichen Erwärmung der Erdatmosphäre. Das wichtigste unter ihnen, Kohlendioxid (CO2), 
wird durch das Verbrennen von fossilen Stoffen in grossen Mengen in die Luft ausgestossen — durch die Kamine der Industrie und Heizungen, durch den Strassen- und Luftverkehr. Die Industrienationen sind die hauptsächlichen Verur- sacher dieser Emissionen. Rund 75% gehen zu ihren Lasten. Es ist darum dringend, dass der Energieverbrauch gerade in diesen Ländern energisch gesenkt wird. Anlässlich des Erdgipfels von Rio de Janeiro (1992) unter- zeichnete auch die liechtensteinische Regierung die Klima- konvention; sie versprach, als einen ersten Schritt bis zum Jahre 2000 den CO2-Ausstoss 
auf das Mass von 1990 zu senken. Schon damals war klar, dass nach dem Jahre 2000 weitere Schritte folgen müssen. Der liechtensteinische Landtag hat der Ratifizierung dieser Konvention in der Sitzung vom 21. April 1994 zugestimmt. Die bisher ergrif- fenen Massnahmen sind aber eindeutig unzureichend. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die Emissionen nach dem Jahre 2000 wieder ansteigen werden. Diese Gefahr muss auf alle Fälle vermieden werden. Alle Länder werden die klimatischen Veränderungen auf diese oder jene Weise drastisch zu spüren bekommen. Als erste werden aber die kleinen Inselstaaten und tief- liegenden Küstengebiete von immer heftigeren Stürmen und dem Ansteigen des Meeresspiegels getroffen werden. 
In den internationalen Verhandlungen drängen darum vor allem die Vertreter dieser Staaten auf durchgreifende Massnahmen. Die Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS) hat im Frühjahr 1995 den — bisher vergeblichen — Versuch gemacht, die Klimakonvention von Rio durch einen Zusatz zu verstärken, der die Industriestaaten verpflichtet, ihre Emissionen bis zum Jahre 2005 um 20% zu senken. Der Bericht der IPCC zeigt, dass das heutige Mass von Emissionen in den nächsten 50 Jahren um mindestens die Hälfte gesenkt werden muss, wenn zerstörerische Folgen vermieden werden sollen. Je weiter die nötigen Vorkehrungen hinausgeschoben werden, desto rigoroser werden Massnahmen in Zukunft sein müssen. Vieles kann durch effizientere Technologien, Isolation von Gebäuden, Förderung erneuerbarer Energien usw. erreicht werden. Schritte, die in diese Richtung gehen, verdienen daher die entschlossene Unterstützung, sowohl von Seiten der Behörden als auch der Bevölkerung. Eine Umorientierung lässt sich ohne Erhöhung des Energiepreises durch Massnahmen wie Lenkungsabgaben oder eine ökologische Steuerreform nicht erreichen. Angesichts der nach wie vor bestehenden Risiken bietet die Kernenergie unseres Erachtens keinen Ausweg. Die einschneidenden Reduktionen, die die Industrie- nationen auf längere Sicht vornehmen müssen, werden auch einschneidende persönliche Veränderungen mit sich bringen. Wer verantwortlich denkt, hat aber keine andere Wahl. Wir sind überzeugt, dass wir damit letztlich nichts verlieren, sondern zur Lebensqualität sowohl in der Gegenwart als auch für künftige Generationen beitragen. Wer trägt die Petition? Die Petition wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen vorgeschlagen und wird auf internationaler Ebene von folgenden Organisationen unterstützt: Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel, Lutherischer Weltbund, Reformierter Weltbund, Disciples Consultative Ecumenical Council, General- konferenz der Siebenten-Tag-Adventisten, Weltbund Christlicher Junger Männer (CVJM), Weltbund Christlicher Junger Frauen (CVJF), Christlicher 
Studentenweltbund, Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Friends of the Earth, Internationale Gesellschaft der Ärzte für Umweltschutz (ISDE), Internationales Grünes Kreuz, Klimabündnis/ Alianza del Clima, Climate Action Network Europe (CAN) - Zusammenschluss von Umweltorganisationen. In Liechtenstein wird die Petition getragen vom Dekanat Liechtenstein, von der Evangelischen Kirche im Fürstentum Liechtenstein, von Justitia et Pax Liechtenstein, vom Liechtensteinischen Entwicklungs- dienst (LED) und von den in CIPRA Liechtenstein ver- 
bundenen Natur- und Umweltorganisationen: Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU), Botanisch-Zoologische Gesellschaft 
  Liechtenstein-Sargans-Werdenberg (BZG), Fischerei- verein Liechtenstein, Liechtensteinischer Alpenverein, Liechtensteiner Forstverein, Liechtensteiner Jäger- schaft, Liechtensteinische Jagdaufsehervereinigung, Liechtensteinischer Ornithologischer Landesverband,_ Silberner Bruch Landesgruppe Liechtenstein, Solargenossenschaft Liechtenstein, Liechtensteinischer Tierschutzverein, Verkehrsclub Liechtenstein (VCL).
        

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