Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_33/5/
VERKEHRSPOLITIK «rund um» LIECHTENSTEIN SEITE 
5  Herr Batliner, Sie sind Gemein- erat von Mauren, Mitglied in der Arbeitsgruppe Verkehrsprobleme im Liechtensteiner Unterland und als Einwohner von Schaanwald auch hautnah mit dem Verkehrs- problem im Unterland konfron- tiert. Wie sieht Ihre Auswertung des Ideenwettbewerbs Verkehr bezüg- lich des Liechtensteiner Unterlan- des aus? Das Wettbewerbsergebnis zeigt keine Patentlösung für das Unter- land auf, Als wichtig werte ich die klaren Aussagen zur Problematik von Ortsumfahrungen in Bezug f 
den dadurch geförderten Durchzugsverkehr Österreich- Schweiz, Mit dem Verzicht auf weiteren Strassenbau soll das Ver- kehrsproblem gelöst und nicht in die Zukunft verlagert werden - ein neuer Lösungsansatz und eine grosse Herausforderung, Auch an einem kürzlich durch- geführten Seminar mit EinwohnerInnen  von Schaanwald ist man offensichtlich zu der vor einigen Jahren geplanten Entlastungsstra- sse auf Distanz gegangen. Was hat diesen Umschwung bewirkt? Ob ein Meinungsumschwung bei den Einwohnerinnen erfolgte ist nicht zu beantworten, da diese vor- gängig nicht gefragt wurden, Das 
Kernproblem wird im nicht mehr zumutbaren Verkehrsaufkommen und in der damit verbundenen Minderung der Lebensqualität durch die Luftbelastung, Lärm und Verkehrsgefahren gesehen. Nach der Meinung der Einwohnerinnen und übereinstimmend mit den Ex- perten wird eine wirksame Verbes- serung der Situation nicht durch eine lokale Umfahrung erreicht. Anderer Auffassung war die Mehrheit des Gemeinderates. V Welche Lösung oder welche Lö- sungen sehen Sie für das Verkehrs- problem im Unterland? Glauben Sie, dass das Problem mit gross- räumigen Umfahrungsstrassen an- gegangen werden soll? Die Notwendigkeit der gross- räumigen Umfahrung des Unter- landes durch den Schwerverkehr ist für mich eindeutig. Die direkte Überleitung des Fernverkehrs von St.Gallen nach Vorarlberg wurde von der Regierung bereits vor 16 Jahren postuliert, Durch die starke Zunahme des Schwerverkehrs, verursacht u,a. durch den Ausbau des Zollamtes ist für das Unterland 
eine nicht mehr zumutbare Ver- kehrssituation entstanden, Die Be- wohner werden bezüglich der Luftgüte, Lärm und Verkehrssi- cherheit in ihren vitalen Interessen beeinträchtigt, In der Wahrneh- mung dieser Interessen sehe ich eine fundamentale Aufgabe der politischen Verantwortung, V Alle Strassenbaumassnahmen, das sieht man an der jahrzehntelan- gen Diskussion über einen Letze- tunnel oder die S18 im Unter- rheintal, dauern mitunter sehr lange bis zu ihrer Realisierung. In der Zwischenzeit steigt das Verkehrs- volumen weiter an. Für die direkt Betroffenen an den Hauptstrassen ist die langfristige Perspektive ein schwacher Trost. Mit welchen So- fortmassnahmen kann man ihren berechtigten Anliegen entgegen- kommen? Die Arbeitsgruppe Verkehrspro- bleme im Unterland hat gemein- sam mit dem Bauressort einen Ka- talog von Sofortmassnahmen erar- beitet. Letztere waren auch Thema des Seminars mit den EinwohnerInnen. Die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit der verschiedenen Massnahmen wird derzeit durch das Bauamt geprüft, Als kurzfristig zu realisierende Massnahmen sind geplant: A Strassenbelagserneuerung in Schaanwald zur Lärmreduktion  Vermehrte Verkehrskon- trollen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit A Parkplatzbewirtschaftung zur Reduktion des Verkehrsauf- kommens,
        

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