Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
32
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_32/12/
Seit 1962 wird der meiste Haus- kehricht Liechtensteins in Buchs verbrannt. Als letzte Gemeinden sind Schellenberg (1973) und Mau- ren (1974) dem Verein für Abfall- beseitigung beigetreten und lie- fern seitdem den Kehricht nach Buchs in die KVA. Doch was war vorher? Alle Abfälle wurden ge- meinsam mit dem Bauschutt auf die Müllhalden gekippt. Dort ru- hen sie noch heute. In einem Bericht zur Erfassung der öffentlichen Deponieplätze 1955 - 1975 im Fürstentum Liechten- stein* vom Januar 1976 werden 31 Deponien gezählt. Alle diese De- ponien mussten damals noch als ungeordnete Ablagerungen be- zeichnet werden. Bevorzugter Deponiestandort waren die Rhein- auen. 
Hauskehricht in 15 Deponien In 15 der 31 erhobenen Deponien ist unter anderem auch Haus- kehricht eingelagert worden (s. Tabelle). Wie umweltbelastend dies sein kann, zeigt das Beispiel im Schellenberger Riet östlich des Naturschutzgebietes Ruggeller Riet. Nachdem in den Jahren 1970/ 71 während eines Engpasses Haus- müll, der für die Kehricht- verbrennung in Buchs bestimmt war, in den sumpfigen Moorboden gekippt worden war, war eine be- merkenswerte Flora und Fauna im angrenzenden Rietgraben biolo- gisch vernichtet worden. Durch die Deponien Aeule und Oberau in Balzers, Rheinau in Eschen und Ganada in Gamprin sind wertvolle Feuchtgebiets-Biotope 
zerstört worden. 
Gefahren für das Grundwasser Optisch, seuchenhygienisch (Rat- ten!) und geruchsmässig stellen die alten Deponien kein grosses Pro- blem mehr dar. Sie sind mit einer Humusschicht überzogen und in der Regel zugewachsen. Sorgen muss man sich aber dennoch ma- chen, weil die in den Deponien ent- haltenen Schadstoffe ausgewa- schen werden und ins 
Grundwal 
  ser gelangen könnten. Das Amt für Gewässerschutz kontrolliert zu- sammen mit den Gemeinden seit einigen Jahren mit Probebohrun- gen Grundwasser im Einfluss- bereich dieser Deponien, nament- lich diejenigen, die in der Nähe von Grundwasserpumpwerken liegen. Bis anhin wurden erfreulicherwei- se im Grundwasser keine nega- tiven Resultate gemessen. Weitere Verdachtsflächen 
nicht erhoben Die privaten, grossen und kleinen Abfallablagerungsstellen sind nicht systematisch erhoben. 1 fehlen bisher auch die Informatio- nen über Böden mit Altlasten, sei dies aus unsachgemässer Abfallbe- seitigung (flüssig oder fest), sei dies durch Immissionen aus der Luft (Industriekamine). In der Schweiz wird mit etwa 40'000 Altlasten- verdachtsflächen gerechnet, von denen 80 % als unbedenklich gel- ten. Die Sanierung umweltgefähr- dender Deponien und verseuchter Industrieareale wird auf etwa 3 Milliarden Franken geschätzt. (Tages 
Anzeiger v. 18.3.1993). * Bericht zur Erfassung der öffentlichen Deponieplätze 1955-1975 im Fürstentum Liechtenstein.. Hg. Amt für Gewässerschutz, Vaduz, Januar 1976 Verfasser: Forstliches Ingenieurbüro Broggi + Wolfinger, Vaduz
        

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