Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
31
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_31/13/
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14 LIECHTENSTEINER UMWELTBERICHT JUNI 1993 Die Natur -die grosse Verliererin Der Verlust von natürlichen Lebens räumen und die lange Liste ausge storbener Tier- und Pflanzenarten 
  dokumentieren deutlich genug, das die Natur die Verliererin der letzter Jahrzehnte ist. Der Naturschutz mus daher in den kommenden Jahren um Jahrzehnten einen ganz anderes Stellenwert bekommen. Naturvorrangflächen absichern Die wenigen Naturvorrangflächen, die im Talraum noch existieren, müs- sen auf jeden Fall geschützt werden. Es ist zudem unerlässlich, sie mit Übergangszonen (Pufferzonen) gegenüber intensiv ge- nutzten Gebieten abzugrenzen. Weiters müssen in der intensiv genutzten Landschaft künftig vermehrt Oko-nischen  entstehen (Gräben, Hecken, Magerwiesen u.a.), damit die gefährdeten Tier- und Pflanzenarten langfristig überleben und die verschwundenen eventuell wieder bei uns heimisch werden können. Naturschutzkonzept Jede Massnahme, die mehr Naturnähe schafft, ist grund- sätzlich willkommen. Dennoch wäre es sinnvoll, ein Naturschutzkonzept zu erarbeiten, um alle Naturschutz- massnahmen aufeinander abzustimmen und eine mög- lichst hohe Wirkung der getroffenen Massnahmen zu erzielen. Das ist eine staatliche Aufgabe, die die Möglich- keiten privater Organisationen übersteigt. Wie weiter? Naturschutzarbeit ist Knochenarbeit. Das zeigt sich am Beispiel des Projektes Bannriet der LGU (Vgl. seperaten Beitrag). Naturschutz heisst erhalten, sichern, pflegen, 
aber auch überzeugen, verhandeln, informieren. Das bedingt personelle und finanzielle Kapazitäten, die heu- te sowohl bei den privaten Natur- schutzorganisationen wie auch beider öffentlichen Hand zu wenig vorhan- den sind. Es ist aber in den letzten Jahren doch etwas Bewegung aufge- kommen, nicht zuletzt durch Initiati- ven der LGU. So werden die Land- wirte finanziell entschädigt, wenn sie Magerwiesen erhalten (laut Mager- wiesengesetz), oder wenn sie entlang von Äckern und Gewässern unge- düngte Wiesenstreifen stehen lassen oder Hecken pflanzen (Bodenbewirtschaftungsgesetz). Ausserdem wird noch in diesem Jahr ein Inventar über 
  alle geschützten und schützenswerten Gebiete Liechten- steins veröffentlicht. Wir wissen dann, was zu schützen wäre. Es braucht jetzt auch den politischen Willen und die Bereitschaft bei den Bewirtschaftern, den stark gefährde- ten Naturreichtum zu erhalten. Bilanz ziehen Wenn man den Zustand unserer Natur anschaut, kann man eigentlich nur negative Bilanz ziehen. Trotz aller Bemühungen von Seiten der Naturschutzkreise konnten die enormen Verluste nicht aufgehalten werden. Ein Kontrollgang durch die Naturschutzgebiete zeigt auch, dass selbst in diesen Gebieten nicht genügend auf die Natur Rücksicht genommen wird. Ausserhalb der Schutz- gebiete ist der Zustand noch unerträglicher. Alle Beteilig- ten, Staat und Gemeinden, Landwirte und Natur- schützerInnen haben eine grosse Aufgabe vor sich, wenn der Erosionsprozess, dem unsere Natur ausgesetzt ist, gestoppt werden soll.
        

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