Herausgeber:
Liechtensteiner Umweltberichte
Bandzählung:
31
Erscheinungsjahr:
1993
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000037232_31/12/
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12 LIECHTENSTEINER UMWELTBERICHT JUNI 1993 Gewässerschutz: Kehrtwende eingeleitet Wenn man von Gewässerschutt spricht, sind verschiedene Aspekte angesprochen: Wassermenge, Was sergüte, Gestaltung, Pflege und Be wirtschaftung von Gewässern, seidie; ein Bergbach, ein Fluss, ein Teich oder ein See. Ausgetrocknet, betoniert 1983 sind 219 Kilometer Fliess- gewässer im Liechtensteiner Talraum untersucht worden. Ergebnis: 12 % waren noch naturnah, der grösste Teil teilweise oder ganz verbaut, 14 % in Rohre verlegt. Erschreckend auch die Tatsache, dass nur die Hälfte der Strecken ganzjährig Wasser führten, die andere Hälfte war zeitweise oder ganzjährig trocken. Mit grossem Auf- wand werden nun zunehmend aus- getrocknete Bäche und Gräben wie- derbewässert. Erfolgreiche Beispie- le sind der Kleine Kanal in Schaan, das Ruggeller Bachsystem und Äule- häg in Balzers. Als nächstes steht die Bewässerung der Schaaner Riet- gräben und des Vaduzer Irkalesbaches auf dem Pro- gramm. Sehr positiv zu vermerken ist die Tatsache, dass sich die Gemeinden immer stärker um eine Wieder- bewässerung ihrer Gräben und Bäche bemühen. Stichwort Revitalisierung Alle Massnahmen, die ein Gewässer lebendiger machen, können als Revitalisierungsmassnahmen bezeichnet wer- den. Die wichtigste Grundvoraussetzung dazu ist, dass überhaupt Wasser fliesst. Wiederbewässerungsmass- nahmen allein sind aber zu wenig. Sie müssen begleitet sein von einer naturnahen Sohl- und Ufergestaltung, einer angepassten Pflege und Bewirtschaftung, einer natur- nahen Linienführung mit wechselnden Strömungsver- hältnissen, der Beseitigung von unnatürlichen Wander- hindernissen. Nicht zuletzt müssen auch die unnatürlich starken, täglichen Wasserstandsschwankungen durch die Kraftwerksbetriebe verhindert werden. Jedes einzelne Gewässer in Liechtenstein sollte nach den genannten 
Kriterien untersucht werden, um al- lenfalls Sanierungsmassnahmen ein- zuleiten. Bereits kurzfristig realisier- bar ist ein Düngeabstand von minde- stens 3 Metern entlang von Gewäs- sern, um die Gewässerverschmutzung einzudämmen und gleichzeitig den Artenreichtum entlang der Gewäs- ser zu fördern. Ebenfalls kurzfristig   machbar sind ökologisch durchdach- te Pflegekonzepte für die Gewässer, in welchen Mähtermine für die Ufer- vegetation und ähnliches festgelegt werden. Andere oben genannte Massnahmen sind mittel- bis langfri- stig zu realisieren. Die Planungs- arbeiten sollten aber bereits heute in einer Kooperation zwischen dem Land, den Gemeinden, den Be- wirtschaftern und Naturschutzkrei- sen eingeleitet werden. Dorfbäche - Leben im Dorf Besonders attraktiv wirken Dorf- bäche. In Liechtenstein sind Dorf- bäche selten geworden. Wenn überhaupt vorhanden sind, dann in monotoner, kanali- sierter Form. Sie könnten lebendiger gestaltet werden, verrohrte Bäche könnten streckenweise wieder geöffnet werden. Beispiele von Dorfbächen, die für die Natur und den Menschen interessanter gestaltet werden könnten sind die Balzner Dorfbäche, der Vaduzer Giessen, das Schaaner Wäschgräble oder der Ruggeller Mühlbach. Neugestaltung des Alpenrheines Ein interessanter Denkansatz ist die Projektstudie von Franco Schlegel zur Neugestaltung des Rheins. Es sollte eingehend geprüft werden, ob der Rhein nicht auf einzel- nen Abschnitten oder gesamthaft in einen naturnäheren Zustand zurückversetzt werden könnte. Dabei dürften aber auf keinen Fall die heute noch vorhandenen Natur- werte im und am Rhein zerstört werden. Kleiner Kanal In Schaan Foto: Wilfried Marxer-Schädler
        

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